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Jonny and Chris Story: Translated by me

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For all german people in here...I've translated the Jonny and Chris story on german. :) :) :) Aber Warnung: Manchmal hab ich ein paar Schreibfehler gemacht... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: naja...

 

CAREFUL WHERE YOU STAND

 

KAPITEL 1

 

 

Es war schrecklich kalt, Jonny zitterte. Er trug ein Sweat-Shirt, aber er war immer ein bisschen empfindlich wenn es kalt wurde. Besonders diese Art von Kälte. Er richtete seine Augen zum Himmel um Ausschau nach irgendwelchen Zeichen von Schneeflocken halten.

 

“ Meinst du wir müssen immer noch raus?” hörte er Will leise sagen.

 

“ Weiss nicht, vielleicht.”

 

“ Sind nicht grade viele Leute draußen.. Glaubst du die wären enttäuscht?”

 

“ Woher soll ich das verdammt noch mal wissen?” fuhr Jonny ihn an.

 

“ Wirst du zickig nur weil es kalt ist?”

 

“ Fragst du dummes Zeug nur weil du niemanden anderen zum Ärgern hast?”

 

Will zuckte mit den Achseln und rieb seine Hände aneinander. “ Macht mich nicht grade an.”

 

Jonny rollte mit den Augen und wandte sich von Will ab. Wo waren Chris und Guy? Chris hatte versprochen jetzt zurück zu sein. Und Guy war verschwunden ohne es zu sagen, wie üblich. Wenn alles um sie herum in Ordnung zu sein schien, brach alles um sie herum wieder zusammen. Und keinen schien es zu kümmern.

 

“ Jonny, alles in Ordunung?” fragte Will sofort.

 

“ Ging mir nie besser.”

 

“ Du siehst ein bisschen ängstlich aus.”

 

“ Das liegt wohl daran, dass wir gerade mal eine halbe Stunde bis zum Auftritt haben und unser Leadsänger verschwunden ist.”

 

Will warf einen Blick in den nasskalten, kleinen, grünen Raum. “ Du könntest doch an seiner Stelle singen.”

 

“ Denk ich eher nicht, Will, sei nicht blöd.” Jonny seufzte und vergrub sich noch mehr in sein Shirt.

Jesus, was für eine Scheisslaune er hatte. Normalerweise war er immer gut drauf, bevor er auf die Bühne ging, aber jetzt fühlte er sich als ob er schlafen und aufwachen würde wenn alles vorbei ist.

 

Er schweifte glücklicherweise mit seinen Gedanken ab. Aber zu einem unglücklichen Ort. Vor drei Nächten, zu dem kleinen, dunklen Hotelraum. In dem sie ihre Nacht nach dem Brixton Gig verbracht haben. Zwei Räume, zwei Betten. In einem, Guy und Will. Im anderen Chris und er. Es war schlimm, wirklich schlimm. Aber obwohl Chris sich wie ein Ast im ganzen Bett verteilte, ihre Rücken aneinander gequetscht waren und Chris Fuss in Jonny’s Knie gedrückt wurde. Sie waren Okay; sogar zufrieden. Jonny mochte die Wärme die Chris gab. Er war fast eingeschlafen, als Chris seine Position plötzlich total änderte. Seine Wange lag auf Jonny’s Schulter, und sie lagen zusammen wie..naja..wie Verliebte. Jonny erötete , als er daran dachte. Er wurde nervös und versuchte es zu vergessen- ABER es hatte sich so richtig und perfekt angefühlt. Er hatte sich noch nie so zufrieden gefühlt… aber darüber wollte er jetzt keine Gedanken verschwenden…

 

Es war doch bloss Freundschaft. Er war nicht schwul, Chris sowieso nicht. Sie alle ganz normale Jungs mit ihren Freundinnen. Jonny hatte eher ein primitiv romantisches Leben seit er berühmt war- du musst aufpassen, wen du wählst. Einige waren Groupies, die anderen aber was Ernstes. Es war eigentlich ein Glücksspiel, und Jonny, verlor oft.

Aber etwas hatte sich jetzt geändert. Etwas “in ihm” hatte sich geändert. Und jedes Mal wenn er an Chris dachte, wie seine Wange an seiner Schulter lag und seine Brust an seinem Rücken. Dann, fühlte er wie seine Brust sich mit jedem Atemzug hob und senkte.

 

“ Hey Jonny, hörst du? Ich glaube Guy ist zurück.” Will stand auf streckte sich und knackte mit den Knöcheln. “ Bereit?”

 

Natürlich nicht!! Ich kann auf keine verdammte Bühne vor das ganze Publikum gehen ohne Chris an meiner Seite zu haben. “ Ja, ich bin bereit” sagte Jonny ganz easy.

 

Guy kam, er kickte die Tür mit seinem Fuss auf Sie knallte unüberhörbar an die Wand. “ Yo! Seid ihr bereit zu rocken!”

 

“ Aber sicher! Obwohl Chris nervös ist.”

 

“ Warum? Sind doch grade mal an die hundert Leute.” Will nahm seine Drumsticks in die Hand und drehte sie rum.

 

“ Weiss nicht.” sagte Guy. “ Er ist auf dem Klo. Hängt über der Schüssel..”

 

“ Kotzt er?” fragte Jonny und hob eine Augenbraue. Armer Chris …Er war brilliant auf der Bühne, aber das Bevor- auf- die- Bühne- gehen klappte nicht so.

 

“ Ich denk nicht” meinte Guy fröhlich, trottete zu seinem Bass und nahm ihn in die Hände “ Obwohl, ich bin mir nicht ganz sicher. Vielleicht solltest du mal nachsehen. Er hat sowieso nach dir gefragt.”

 

“ Er hat nach m--” Jonny schluckte seinen plötzlichen Andrang von Nervosität runter.“ Ahmm.. Okay, ich werd mal nachsehen.”

 

Er ging leise an Guy vorbei und lief die Halle zum Badezimmer hinauf. Er klopfte zweimal leicht an die um einen Spalt geöffnete Tür. Chris hustete und sagte mit einer leicht fremden Stimme. “ Was? ”

 

“ Alles okay? Guy hat mir gesagt, dass du am Kotzen oder so was in der Art bist.” Er wunderte sich, wie gefühllos seine Stimme klang …aber er war nervös um Chris herum. Jede freundliche Geste erschien plötzlich in einem total anderen Licht; ein Licht das ihn ein bisschen- NEIN “ extrem” nervös machte.

 

“ Nein…Ja. Ich weiss nicht.” Chris schlug die Tür heftig auf, sodass Jonny einen Schritt zurücktreten musste. Er sah wie die Hölle aus; Ringe unter den Augen, bleich, hängende Schultern.

 

“ Meine Güte, hast du überhaupt geschlafen?”

 

Chris zuckte mit den Achseln und lehnte sich gegen den Türrahmen. Er rieb sich die Augen.

“ Ja… ich hab in den letzten paar Nächte wirklich nicht viel Schlaf gekriegt.”

 

Letzten Nächte. Die letzten paar Nächte, haben sie zusammen in Einem Bett geschlafen. Wie Langzeit- Verliebte. Jonny zitterte, beobachtete Chris ausgezehrtes Gesicht. “ Seit Brixton?”

 

“ Ja..” Chris blinzelte, “ Von woher wei- ahmm.. Ja, seit Brixoton fühl ich mich ein bisschen ..müde.”

 

“ Glaubst du, du schaffst es heute Abend’”

 

“ Na klar. Obwohl ich…naja..wo übernachten wir heute?”

 

“ Weiss nicht. Ein Hotel.”

 

Chris achtete darauf, nicht Jonnys Blick zu begegnen. “ Wie viele Zimmer haben wir? Vier’”

 

Jonnys Kopf wurde leicht. “Nein… Wir sind nur heute hier..Wir haben zwei Zimmer” Und zwei Betten.

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CAREFUL WHERE YOU STAND

 

KAPITEL 2

 

NOTIZ. AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Es war ein wahres Durcheinander nach der Show. Chris dankte dem Publikum, lachte und winkte, nahm seine Gitarre von der Schulter und lief von der Bühne. Will stand auf , streckte sich und folgte Chris dann. Guy stand noch ein bisschen draußen und genoss es im Mittelpunkt zu stehen, dann entschied er auch wieder langsam Backstage zu gehen. Ich war einen Moment wie erstarrt, legte dann aber auch meine Gitarre nieder- ganz behutsam natürlich- und folgte den andern.

 

Wieder hinter der Bühne zu sein war ein wahrer Segen. Chris lehnte sich an die Wand und gähnte, Guy klopfte ihm auf die Schulter.

 

“ Hey! Toll gemacht” Er grinste.

 

Chris lächelte schwach zurück. Will nahm seinen Kopf in die Hände und rieb ihn energisch.. Chris zu schwach um sich zu wehren, trat ihm auf den Fuss. Dann war ich dran. Ich blinzelte hilflos, versuchte eine freundschaftliche Geste zu machen, ohne..naja.. “zu” freundschaftlich zu wirken. Ich dachte an die bevorstehende Nacht. Ich war doch bloss ein perverser Verlierer, der auf seinen besten Freund aus war.

 

Chris blaue Augen waren auf mich gerichtet- nicht erwartungsvoll, sondern müde. Er lächelte mich an, ich versuchte zurückzulächeln so gut ich konnte.

 

“ Bereit nach Hause zu gehen?” rief Guy.

 

“ Wir gehen nicht nach Hause, sondern in irgendein verdammtes Hotel, Mr.Berryman” erläuterte Will.

 

“ Ach so. Na dann, machen wir es uns gemütlich.”

 

“ Sei nicht dumm.” Will warf ein Kissen nach ihm, Guy fing es ungeschickt auf und drückte es sich an die Brust.

 

“ Ich bin nicht dumm. Was redest du da?” sagte Guy empört, in seiner weiblichsten Stimme.

 

“ Ach komm schon” sagte ich “ Chris ist fertig und ich auch. Lass uns gehen.”

 

Guy und Will schauten mich beide blöd an., ich verengte meine Augen. Keiner wusste wie ich mich fühlte. Ich war ein Mann mit eine Mission, verdammtnochmal.

 

“ Ja, lasst uns gehen.” meinte Guy und gähnte ein wenig. “ Ich freu mich schon auf die Dusche.”

 

Will hob seine Arme und roch an sich. “ Also ich weiss nicht, aber ich rieche wie eine frische Blume”

 

Chris lachte. “ Irgendwie bezweifle ich das”

 

“ Nein, riech doch mal” meinte Will und hob seine Arme. Guy flüchtete mit angewidertem Gesicht rückwärts.

 

“ Hau ab, willst du das ich sterbe?”

 

Chris lachte wieder, aber man merkte das er müde war. Seine Schultern hingen und sein Lächeln erreichte nicht seine schönen Augen. Als wir schlussendlich im Auto sassen, schlief er ein. Während Will und Guy herumalberten. Sein Bein ruhte an meinem. Ich konnte mir ein kleines Lächeln nicht verkneifen.

 

----------------------------

 

Ich schüttelte Chris’ Schulter, als das Auto zum Stehen kam. Er stöhnte leise und richtete seine blauen Augen auf mich. Ich lächelte ihn an.

 

“ Komm schon, steh schon auf.” Ich berührte leicht seine Wange. Nahm die Hand aber sofort weg, fühlte mich idiotisch. Er schien es nicht zu merken und manövrierte seine dünnen Körper aus dem Auto.

Er folgte Will und Guy, seine Augen waren immer noch halbgeschlossen. Ich grinste und knallte die Autotür mit dem Fuss zu. Dann lief ich zu ihm hin, und legte meinen Arm um seine Schultern.

 

Er lehnte sich leicht an mich, lächelte. Dann warf mir Guy den Schlüssel fürs Zimmer zu- UNSER Zimmer- ich versuchte ungeschickt die Tür zu öffnen Chris grinste schadenfroh.

 

“ Brauchst du Hilfe?”

 

“ Nein… geht schon… ich war nie gut im Türenaufschliessen.”

 

Schlussendlich öffnete sich die Tür. Sie schwang leise nach innen und stieß leicht an die Wand. Der Raum war stockdunkel. Chris hielt vorsichtig seine Hände vor sich, damit er nicht irgendwo anstieß. “ Riecht wie billiges Parfüm” bemerkte er, lachend “ Oder ein Mädchenzimmer.”

 

“ Angenehm” Ich gab ihm einen kleinen Schubs, und tastete mit der anderen Hand nach einem Lichtschalter. Ich fand ihn. Das Zimmer wurde in Licht getaucht. “ Bestimmt kein Fünf-Sterne-Hotel”

 

“ Aber wir werden hier ja nicht viel machen” sagte Chris praktischerweise und warf seine Tasche aufs Bett. “ Nur Schlafen”.

 

Ich schaute ihn an, um irgendwelche Anzeichen von Sarkasmus oder Nervosität zu finden. Aber er war total easy. Es war schwierig zu sagen wenn Chris Scherze machte oder total ernst war.

 

“ Richtig..ahmm..” Ich blinzelte. Ein Bett das man herausziehen konnte schaute heraus. Ich zuckte. Wollte ich es erwähnen und so die Möglichkeit eine Nacht neben ihm zu verbringen verlieren, oder ein Genleman sein und darauf schlafen???

 

Chris schien es nicht zu bemerken. Obwohl ich mich mies und pervers fühlte, war ich froh darüber.

 

Ich zog mich aus. Chris legte sich neben mich ins Bett.

 

“ Bist du müde?” fragte er mich.

 

“ Ja” Ich kroch unter die Decke und Chris grinste.

 

“ Jemand muss das Licht ausmachen” bemerkte Chris

 

“ Yep” meinte ich und machte es mir bequem.

 

“ Also ich werde es nicht machen” Er zog die Decke über sich.

 

“ Jemand muss aber.” gab ich zurück.

 

“ Ja, aber nicht ich.” Chris zog einen Teil meiner Decke weg. Wie ein kleines Kind.

 

“ Ich auch nicht.” Ich lachte und kickte ihm ins Bein.

 

“ Wir können nicht gut schlafen wenn das Licht an ist.” jammerte er.

 

“ Du siehst aber so aus, als ob du überall schlafen könntest”

 

“ Ach? Na dann, steh auf und mach es aus.”

 

“ Ich möchte aber nicht durch die Dunkelheit zurücklaufen”.

“ Sei kein Baby”

 

“ Wer ist das Baby hier? Wer will nicht aufstehen und das Licht ausmachen?”

 

“ Nein, das bist du.” Er warf die Decke so fest weg er konnte. Ich schrie auf und versuchte die Decke zu packen. Dabei landete ich auf seiner Seite des Bettes. Ich atmete scharf ein als meine Lippen seine Wange streiften. Und plötzlich fielen wir zusammen aus dem Bett. Ich landete schmerzhaft auf dem Rücken, Chris auf mir. Im Gesamten nicht gerade unerwünscht, aber schmerzhaft.

 

Ich schnappte nach Luft, meine Wahrnehmung verschwamm. Mein Hinterkopf prickelte.

 

“ Heiliger..” Chris versuchte seine Balance wiederzukriegen. “Mein Gott, Jon, tut mir Leid. Alles in Ordnung?”.Er strich mir mit seiner Hand über die Wange und schüttelte mich ein wenig.

 

Ich lächelte, lachte atemlos. “ Du weißt wohl nicht wie stark du bist, was?”

 

Er grinste, war erleichtert das alles in Ordnung war. “ Ich glaube nicht.” Er streckte seinen dünnen Arm aus.

 

“ Schau… ah…” Ich gab ihm einen Stoss in den Magen und er lachte. “ Gehen wir jetzt schlafen, oder was?”

 

Er stand mühsam auf und kletterte zurück ins Bett, drückte sich in die Ecke des Bettes, um mir Platz zu lassen. Ich lag vorsichtig, mit schmerzendem Rücken hin. Ich drehte mich um, sodass ich ihn anschaute. Er lag auf dem Rücken und starrte an die Decke. Schloss seine Augen langsam und ich wartete bis seine Brust sich gleichmäßig hob und senkte. Dann als er aufgehört hatte sich zu bewegen, streckte ich meinen Arm aus und zog ihn nah zu mir. Seine Wange- seine Wange die meine Lippen vorhin berührt hatten, erinnerte ich mich- lag auf meiner Brust. Ich fragte mich, ob er mein schlagendes Herz in seinen Träumen hörte. Träumte er von mir? Dachte er sogar an mich wenn er wach war?

 

Ich küsste seinen Kopf, und zitterte dann. Wann bin ich so mutig geworden?

 

….seit wann bin ich so verliebt?

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CAREFUL WHERE YOU STAND

 

KAPITEL 3

 

AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Ich wachte langsam auf. Mein Bewusstsein kam in weichen, warmen Wellen. Dafür war ich dankbar.

In der Minute in der ich meine Augen öffnete und mich bewegen wollte, bemerkte ich wie jemand über mir stand.

 

“JONNY!” brüllte Chris “ Es ist fast ein Uhr nachmittags.”

 

Ich starrte ihn verschlafen an. “ Na und?”

 

“ Du hast alles Gute verpasst! Wir hatten irgendwo da unten Frühstück. Ich hab dir etwas mitgebracht. Aber es wird alles…schlecht. Chris nickte mit dem Kopf Richtung Tisch,auf dem eine weisse Tüte stand. “ Willst du es noch?”

 

Ich schüttelte mit dem Kopf. “ Nee..trotzdem Danke.”

 

Chris grinste mich breit an. “ Und dann hat Guy fast die Telefonnummer von einem Mädchen gekriegt. Die haben herausgefunden wer wir sind, deshalb sind wir davongerannt.”

 

“ Keine Autogramme für die Fans?” Ich rieb mir die Augen und lächelte ein bisschen.

 

Chris legte seine Arm um mich, auf die spielerisch Art wie er es immer tat. “ Ich dachte du wärst tot… Du schläfst wie eine Leiche.” Er blinzelte und lachte.

 

“ Wirklich?” Ich stand auf und streckte mich. Plötzlich kam mir ein schlimmer Gedanke. Wenn Chris vor mir aufgewacht ist, und ich eingeschlafen während ich ihn hielt…..

 

Was für ein verdammter Idiot ich war. Warum habe ich nicht darüber nachgedacht, was am Morgen passiert wäre? Chris war ein Frühaufsteher, das wusste ich. Ich war bestimmt keine Morgen- Person. Also warum habe ich nicht daran gedacht, das er vor mir wach sein wird und er sich in meinen Armen vorfindet??

 

Mein Herz sprang, und ich warf Chris einen flüchtigen Blick zu. Er schaute mich neugierig an.

 

Chris wusste es.

 

“ Was?” sagte ich irritiert.

 

“ Du bist komisch in den letzten Tagen” sagte er auf mysteriöse Weise und setzte sich mit gekreuzten Beinen aufs Bett. Er spielte mit den Maschen der Decke rum. “ Ist es das Touren?”

 

Ich zuckte so unauffällig wie möglich mit den Schultern. “ Vielleicht. Weiss nicht.”

 

“Aber du warst doch immer der Normalste von uns, Jon, und ich mache mir Sorgen, dass du so verrückt wie der Rest von uns wirst.” Er grinste mich an, aber es war kein “lachendes” Grinsen. Chris war unsicher.

 

Ich schüttelte meinen Kopf und lehnte mich ins Kissen zurück. “ Ich werde nie so verrückt wie du und Will werden. Ihr zwei wollt nur Spass haben. Guy… naja, Guy.. Der hat ein Problem mit Verantwortlichkeit.. Aber das ist in Ordnung, oder? Wir machen alles Richtig, oder?”

 

Chris senkte seinen Blick. “Ja, du hast Recht. “

 

Ich entspannte mich ein wenig, merkte den Unterton in seiner Stimme. Chris hatte nachgefragt und nicht die Antwort erhalten die er wollte, aber er wusste , dass das Gespräch beendet war. Ich war dankbar dafür. Irgendwie.

 

“ So…ahm..” ich lehnte mich nach vorne, Chris schaute mich an. “ Hattet ihr schon zu Mittag?”

 

Er schüttelte den Kopf, sein charmantes Lächeln kehrte zurück. “ Nein, noch nicht.”

 

“ Wie wäre es damit?”

 

“ Klingt gut. Aber..ahm..” Chris hob eine Augenbraue.

 

“ Was?” Ich schaute ihn warnend an. Was war denn jetzt schon wieder?

 

“ Du solltest vielleicht..du weißt…Hosen anziehen.”

 

Ich schlug ihn freundschaftlich auf den Kopf.

 

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Chris trommelte Guy und Will zusammen, und wir Vier machten uns auf den Weg zum “ Upscale Diner”. Es war etwa sieben Blocks von unserem Motel entfernt. Ich war froh endlich etwas essen zu können. Die anderen Drei nicht unbedingt, da sie ja gerade vor ein paar Stunden schon etwas hatten.

 

Chris war der Typ Mensch, der essen konnte wann er wollte und wie viel er wollte. Er nahm nicht zu. Er war gross und schlaksig, hatte aber eher dünne Handgelenke und kleine Füsse. Aber was immer er ass, verschwand auf mysteriöse Weise in seinem Körper, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Wir könnten tiefe, bedeutende Gespräche darüber führen, wieso Chris nicht zunahm. Zum Beispiel:

 

“ Weiss nicht. Vielleicht geht alles in seinen Arsch” bemerkte Guy, nachdem Chris ins Badezimmer ging und gerade einen grossen Burger verdrückt hatte.

 

Will schüttelte den Kopf und klaute eine Fritte von meinem Teller. “ Kann nicht sein. Ich hab seinen Arsch gesehen. Da ist nichts.”

 

Wir lachten, obwohl ich mich heimlich darüber wunderte, wie Will Chris’ Arsch zu Gesicht bekommen hatte.

 

“ Ich wette es geht in sein Hirn” Guy hob seinen Zeigefinger, als ob das was er gerade gesagt hatte das Klügste wäre. “ Das ist auch der Grund warum er die ganze Zeit diese verdammten Songs schreibt.”

 

“Vielleicht geht es in einem Ende rein und im Anderen wieder raus” schlug Will vor.

 

“ Das ist ordinär” beschwerte ich mich und warf eine Fritte nach ihm. Will versuchte es mit dem Mund zu fangen, aber es landete auf der Vorderseite seines Shirts.

 

“ Nein, nein. Wirklich.” sagte Guy. “ Aber welches Ende’”

 

Will und ich starrten ihn an.

 

“ Vorne oder hinten?” Er hob eine Augenbraue.

 

“ Du meinst…?” Will blinzelte.

 

“ Wenn ihr zwei mit dieser ekligen, unreifen Unterhaltung nicht aufhört, leere ich euch meinen Drink über den Kopf, hole Chris, und gehe.” sagte ich ihnen in meiner bedrohlichsten Stimme. Sie lachten mich aus., gerade als Chris sich wieder neben mich setzte.

 

“ Was habe ich verpasst?” fragte er und nahm eine Fritte von meinem Teller. Ich jammerte und wollte sie ihm wegnehmen aber da hatte er sie schon in den Mund geschoben. Ich hatte einen schmutzigen Gedanken: Mir würde es nichts machen sie jetzt noch zurückzuholen- vielleicht mit meiner Zunge?

Aber dann schaute ich auf sein unschuldiges, ahnungsloses Gesicht und fühlte mich schuldig. Ich drehte mein brennendes Gesicht nach unten und pickte auf meinem Teller rum.

 

Wir gingen ein bisschen später- Will muss bezahlt haben- ich beteiligte mich nicht am Gespräch. Ich liess meinen nervösen Blick auf Chris ruhen. Was ist wenn er es weiss? Was ist, wenn er Wil und Guy davon erzählt hat? Was denken sie von mir? Nein… es kümmert mich nicht was sie über mich denken. Es kümmerte mich nur was ER dachte.

 

Und es war wahr, unglücklicherweise. Und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass mich Will und Guy nicht kümmerten. Aber wenn Chris wissen würde wie ich mich fühle… wäre er angewidert, beleidigt, verschreckt oder… ich weiss nicht.

 

Was wäre wenn er mich hassen würde?

 

Ich schaute ihn noch einmal an und wäre fast in die Luft gesprungen als sich unsere Blicke trafen. Er hatte mich schon angeschaut. Und als sich unsere Augen trafen, schaute er nicht weg, sondern liess diesen schützenden, mysteriösen Blick auf mir.

 

Ich schaute als Erster weg. Beschämt und ungemütlich. Ich wünschte ich wäre irgendwo nur nicht hier. Ich wünschte ich hätte mich nicht in diesen Idioten verliebt.

 

‘ Ich bin solch ein Idiot’ Ich lehnte meinen Kopf ans Autofenster. ‘ Er weiss es nicht. Er hat es niemandem erzählt. Er hasst mich nicht.’

 

Ich schaute in den Rückspiegel und sah Guys breites Lächeln. Will erzählte ihm gerade einen “heftigen” Witz.

‘ Er liebt mich sowieso nicht’ erinnerte ich mich. Ich wandte meinen Blick ab. Ich werde ihn nicht mehr erheben. Ich konnte nicht mehr in seine Augen sehen.

Konnte nicht.

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CAREFUL WHERE YOU STAND

 

KAPITEL 4

 

AUS CHRIS’ SICHT ERZÄHLT

 

Ich zog den Reissverschluss meiner Jacke so weit wie möglich zu. Und fluchte Guy hitzig an. Der Schnee fiel wie eine Decke- Schicht um Schicht kalte, nasse Weisse. Er reichte mir schon fast bis zu den Knöcheln. Und er lief auf gemeine Art in meine Schuhe und schmolz auf meinen warmen, trockenen Socken.

 

“ Verdammte Scheisse” zischte ich als ich die Motorhaube des alten Buick öffnete. Er hustete und spuckte wieder, ich sprang zurück. Ich konnte hören wie Will sich auf meine Kosten amüsierte. Ich zeigte ihm den Finger, aber darüber lachte er noch mehr.

 

Es musste etwa an die fünfzehn bis zwanzig Grad draußen gewesen sein. Der Schnee hörte nicht auf und wir waren auf irgendeiner dummen, schmutzigen Strasse., die von Schnee und Eis zugedeckt war.

Sie war der einzige Weg in dieser gottverdammten Stadt, von der ich noch nie was gehört hatte. Und genau auf dieser Strasse kamen wir nicht weiter. Die anderen drei Idioten hatten mich rausgeschickt um zu sehen was los war. Also ob ich irgendeine Ahnung von Autos hatte.

 

Ich schielte durch den Vorhang aus Schneeflocken und schüttelte den Kopf Richtung Guy. “ Nach was verdammtnochmal suche ich eigentlich??” Er hob seine Hände. “ Woher soll ich das verdammtnochmal wissen?”

 

Ja, danke Mr. Hilfreich.

 

Ich seufzte dramatisch und zitterte. Ich legte die Hände über meinen Mund und blies meinen Atem über die gefrorenen Finger. Nicht gerade viel Hilfe.

 

Ich hörte wie sich die Tür öffnete und wieder schloss. Jonny stapfte durch den Schnee zu mir.Ich drängte mich nahe an ihn ran, aber er scheute zurück.

 

“ Geh mir aus dem Weg” sagte er barsch. “ Geh lieber ins Auto zurück. Du frierst ja.”

 

Ich wollte ihn schlagen, weil er sich wie ein Idiot benahm. Aber ich wusste nicht ob ich zu fest hauen würde, da meine Zehen gefroren waren und ich sie sowieso nicht mehr fühlte. So ging ich ins Auto zurück und grub meine Hände in die warme Jacke. Die Wärme die die Autoheizung gab, schwindete. Aber die Wärme unserer Körper liess die Scheiben beschlagen.

 

“ Meinst du er kriegt es hin?” fragte ich nachdem meine Zähne aufgehört hatten zu klappern.

 

“ Hoffen wir es für ihn” entgegnete Will scharf. Ich schielte durch den Schnee. Jonny schien zu wissen was er tat.

 

“ Wir kommen zu spät” murmelte Guy. Ich schlug ihn wütend auf die Schulter.

 

“ Hauptsache wir kommen dort überhaupt an” sagte ich ihm. “ Es ist besser zu spät zu kommen als auf dieser verdammten Strasse zu erfrieren.”

 

Guy zuckte mit den Achseln und zeigte auf Jonny. “ Sieht aus als ob er’s hingekriegt hat.”

 

Jonny schloss die Motorhaube und gab Guy ein Zeichen. Dieser drehte den Zündschlüssel, der Motor heulte auf hustete noch ein-, zweimal und lief dann an. Makellos.

 

“ Toll” Ich war froh, lehnte mich nach vorn und drehte die Heizung soweit auf es ging.

 

Jonny begab sich wieder ins Auto zurück. Kalte Luft kam herein als er einstieg. Will, Guy und ich gratulierten ihm. Aber er wandte sich bloss ab und strich den Schnee von seiner Jacke.

Ich betrachte ihn von der Seite, fragte mich was wohl in ihm vorging. Ich wusste das etwas Seltsames vorging, aber ich wusste nicht genau was.- und das war beunruhigend. Jonny war kein komplizierter Typ. Er hatte seine Launen, aber die waren leicht zu lesen. Wenn Augen die Fenster zur Seele wären, seine wären Sechs-Fuss grosse Erkerfenster. In ihnen konnte man einfach alles sehen, deshalb war es auch eine Erleichterung. Will war eine flache Linie und Guy lachte immer. Man konnte nicht hinter ihre “ Masken” sehen. Aber Jonny hatte keine Angst sein Herz zu öffnen.

 

Aber seit kurzem schien es als ob er Angst hatte. Er hatte schon seit Wochen nicht mehr mit mir gesprochen. Er hatte sogar mit niemandem gesprochen. Er war selten fröhlich, eher unbeholfen, mehr beschäftigt, weniger…naja..weniger Jonny- mässig. Und das bekümmerte mich, weil er schon immer die Schulter war an die ich mich lehnen wollte. Aber jetzt behandelte er mich wie eine ungewollte Bürde.

 

Aber war das wirklich was er fühlte?

 

Die Dinge die er zu mir sagte… die Art wie er mich anschaute… als ob er mir sagen wollte das er mich liebt, das er für mich sterben würde, das er den den Rest seines Lebens an meiner Seite verbringen möchte. Aber die Art wie er sich mir gegenüber benahm, zeigte etwas völlig anderes.

 

Ich dachte einige Monate zurück, als ich die Nacht in seinen Armen verbracht hatte. Von da an wusste ich, dass sich etwas anderes als nur Freundschaft enwickelte- aber lag ich falsch?

 

Jonny musste gedacht haben, dass ich eingeschlafen war. Warum hätte er mich sonst in seine Arme genommen, mich auf den Kopf geküsst und wäre mit mir hingelegten als ob wir ein altes, verheiratetes Paar wären. Aber ich konnte es nicht herausfinden- wusste nicht ob er sich erinnerte oder ob er versuchte es zu vergessen. Und ich wusste nicht wie ich mich fühlte. Ich konnte ihn auch nicht fragen; das wäre zu seltsam.

 

Ich kickte beinahe ins Armaturenbrett vor Frustration. Guy warf mir einen komischen Seitenblick zu.

 

“ Chris? Alles in Ordnung?”

 

Ich rieb meine Augen. “ Ja. Tut mir Leid… bin bloss ein bisschen gestresst”

 

“ Okay” Er tätschelte meine Schulter “ Wir werden gleich dort sein. Dann werden wir spielen, uns ein bisschen unter die Leute mischen und dann schlafen gehen.”

 

Spielen, sich unter die Leute mischen und in fremden, harten Betten einschlafen. Aufwachen, in Schnee und bitterer Kälte zum nächsten Gig fahren, spielen, sich unter die Leute mischen, in ein anderes unbeschreibliches Hotel fahren und auch dort in unbequemen Betten einschlafen. Ich konnte den schweren Seufzer nicht zurückhalten. Wann bin ich so depressiv geworden?

 

Jonny musste gewusst haben was ich dachte, denn er streckte seine Hand nach vorne und drückte meine Schulter. Diese Berührung gab mir alle Sicherheit die ich brauchte. Als er seine Hand wieder weggenommen hatte, blieb dort ein kalter Fleck. Ich wollte ihm danken oder so was in der Art, aber das wäre zu komisch, so versuchte ich seinen Blick aufzufangen, indem ich in den Rückspiegel schaute.

Er wollte mich nicht anschauen.

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CAREFUL WHERE YOU STAND

 

KAPITEL 5

 

AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Wir waren weg vom Publikum. In einem relativ schönen Hotel. Glücklicherweise quietschten die Betten nicht. Wir waren weg von der Kälte. Es war eine schöne, schneereiche Nacht, und ich könnte schwören Chris dürstete danach einen Song zu schreiben.

 

Er hatte sich mit gekreuzten Beinen auf dem Bett niedergelassen. Er klimperte müde auf der Gitarre. Man hörte nichts, nur wie er mit den Fingern auf den Saiten strich. Er seufzte vor Frustration und schlug den Kopf der Gitarre mit seiner Faust.

 

“ Jesus, Jonny” sagte er zu mir. Ich schaute ihn mitfühlend an. Ich habe ihn schon oft so erlebt und wusste in was für einem Schmerz er sich befand. Etwas Wundervolles in dir das herauswollte, aber es ging einfach nicht. Es wurde zurückgehalten. Aber du weißt, wenn du aufhören würdest so ängstlich zu sein, das Wundervolle würde kommen und alles wäre wieder in Ordnung.

 

Er räusperte sich und summte ein paar Noten. Er spielte mit seinen langen Fingern ein E und spielte- tief und geschickt- und summte lauter. Er fand einen einfachen Rhythmus, doch als er seinen Mund öffnete um zu singen, schienen die Worte zu sterben. Er legte seine Hand in den Schoss und lehnte sich über die Gitarre.

 

Ich blieb ruhig, wusste nicht was ich sagen sollte. Ich beobachtete ihn nur. Er hob seinen Kopf und schaute mich misstrauisch an.

 

“ Ich kann nicht singen wenn du da bist” sagte er irritiert.

 

Ich schaute ihn nur an.

 

“ Geh raus”

 

Ich schüttelte nur meinen Kopf, verwirrt. Normalerweise war es anders- wenn er einen Song aus seinen tiefsten Gedanken machen wollte, setzte er sich mit mir in eine Ecke und bat mich ihm zu helfen.

Aber jetzt wurde ich weggeschickt? Absurd.

 

“ Wieso?” fragte ich kindisch.

 

Er warf seine Hände wütend auf. “ Oh..ich weiss nicht..ich kann einfach..nicht”

 

“ Du hattest vorher noch nie Probleme damit” regte ich mich auf. Er hatte schon vor hunderten von fremden Leuten gespielt und jetzt konnte er plötzlich nicht mehr gegenüber seines besten Freundes spielen?

 

“ Ich will einen neuen Song für unseren nächsten Gig” sagte er plötzlich “ Etwas um die Leute zu überraschen.”

 

“ Nichts für ein neues Album?”

 

“ Vielleicht. Kommt drauf an.” Er lehnte sein Kinn auf die Gitarre.” Vielleicht nicht. Ich brauche einfach was. Mir reichts…” Er stoppte. Ich wartete eine Sekunde, aber er sprach nicht weiter.

 

“ Dir reichts?”

 

“ Weißt du was mich aufwühlt..??” fragte er niemanden, saß auf und legte seinen Finger auf die Oberlippe. “ Ich hasse es, wenn Leute Geheimnisse von mir behalten. Darum geht es. Darüber will ich schreiben.”

 

Ich blinzelte. “ Was?”

 

“ Lüge, Täuschung, weißt du. Er machte eine Geste mit der Hand und schaute mich an.

 

Ich schaute ihn mit meinem besten “verlorenes Schaf” -Blick an.

 

Seine Augen wurden wild und er schaute mich direkt an- und wandte den Blick auch nicht ab.

Ich fühlte wie er nach Antworten suchte. Warum mied ich ihn? Wieso wurde ich zappelig wenn wir zwei allein in einem Raum waren? Wieso war Jonny plötzlich nicht mehr Jonny Buckland, sondern jemand anders?

 

“ Tut mir Leid, Chris.” dachte ich. Ich wandte meinen Blick so unauffällig wie möglich ab. “ Deine Antworten wirst du hier nicht finden.”

 

“Okay” murmelte er, als ob er meinen letzten Gedanken gelesen hätte.” Du schläfst heute Abend bei Guy und Will. Ich habe einen Song zu schreiben.”

 

Ich lächelte bitter, nahm meine Zahnbürste und verliess das Zimmer ohne die Tür zu schliessen.

 

Ich denke, ich habe diese Nacht nicht geschlafen.

 

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Es war etwa ein oder zwei Uhr morgens, als ich den Sound von Chris’ Gitarre aus dem Nebenzimmer hörte. Ich strengte mich an über Wills Schnarchen zu hören. Ja, eine Gitarre, definitiv.

 

Ich erhob mich leise und legte mein Ohr an die Wand, ohne mich dumm zu fühlen. Bald hörte ich Chris’ sanfte Stimme. Ich konnte nicht widerstehen. Ich schlich so leise ich konnte aus dem Hotelzimmer und öffnete Chris’ Tür mit meiner eigenen Key-Card. Ich schreckte zurück, und hörte mein Herz schlagen als die Tür mit einem Klick öffnete und Chris’ Sound leiser wurde.

 

Ich blinzelte ein- zweimal um meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Chris saß auf dem Boden, lehnte mit dem Rücken an einem der Betten und auf dem Nachttisch standen zwei Kerzen. Die grossen Fenster waren wegen der Kälte geschlossen, aber Chris hatte die Vorhänge offen lassen. Wunderschönes, bleiches Mondlicht kam herein und erhellte das ganze Zimmer.

Mein Atem stoppte.

 

Die Gitarre lag in seinem Schoss und seine Finger strichen an ihrem Kopf entlang. Sein Kopf war gebeugt und sein Nacken und seine Schultern wurden vom Mondlicht beschienen. Ich konnte die Muskeln seiner Arme sehen während er spielte. Sein Körper war wie eine Reflektion, er schimmerte.

 

“ Darling, those tired eyes go with me all the time," sang er mit einer sanften Stimme.“And in the dead of night... tell me you will be mine."

 

Ich trat so leise wie möglich in den Gang des Zimmers, bis ich nur noch wenige Meter von Chris entfernt war. Er war offensichtlich in einer Art Trance, sonst wäre er schon misstrauisch geworden als ich die Tür aufgeschlossen habe. Aber seine Stimme voller Gefühl und Schmerz, sein Gesicht eine Maske der Frustration.

 

“ Ich habe gelogen” dachte ich verzweifelt.” Ich habe mich hunderte Male angelogen. Ich brauche dich mehr als die Luft die ich atme, Chris. Du bist das Wundervollste, der einzige Grund zu leben.”

 

Chris’ lange Finger glitten über die Saiten, aber er bewegte sich nicht. Er seufzte,beinahe angewidert, legte seine Gitarre beiseite und stützte seinen Kopf in die Hände.

 

Ich wollte Chris nicht weinen sehen. Ich wusste das mein Herz brechen und etwas Schlimmes passieren würde. Aber mein Fluchtweg war geschlossen. Ich habe mich selber in diesen Schlamassel gebracht. So war es auch meine Sache hier wieder rauszukommen.

 

Ich sah wie seine Schultern zitterten, und wunderte mich ob er wegen mir weinte. Aber ich wusste er tat es nicht- konnte nicht sein. Ich quälte mich immer wieder damit. Chris kümmerte sich nicht mehr so sehr um mein Wohlbefinden wie sonst.

 

Er stand auf und schüttelte sich, legte sich ins Bett. Seine Stimme wurde leiser. Ich war hypnotisiert.

 

“ Frag mich was ich tue…für wen singe ich..”

 

Er machte eine Pause, seine Stimme war voller Schmerz.

 

“ Well, Honey. Ich singe für dich.”

 

Ich schüttelte meinen Kopf heftig, obwohl es zu dunkel war das Chris mich sehen konnte. Für wen auch immer seine Songs waren…selbst wenn sie für mich wären….

 

Chris, kannst du nicht verstehen? Du sagtest mir einst du könntest die Leute “lesen”. Aber sind deine Augen jetzt geschlossen? Ich gehe durch diese Hölle, und ich brauche dich. Du musst mir hier heraus helfen.

 

Ich starrte auf die Silhouette seines Körpers in der Dunkelheit. Seine Brust erhob sich und senkte sich mit einem dramatischen Seufzer. Ich wollte so dringend zu ihm. Ihn küssen. Ihm zeigen, dass ich ihn liebe. Etwas um ihm zu sagen das er alles für mich bedeutete.

Etwas um ihm zu sagen das ich sein schönes Gesicht gesehen hatte, seine wundervolle Stimme gehört hatte.

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KAPITEL 6

 

AUS CHRIS’ SICHT ERZÄHLT

 

Die Decke der Dunkelheit verschwand sofort als ich meine Augen öffnete. Da war ein schwacher roter Schimmer draußen in der Nacht, ich schaute auf die Uhr. 3:36 morgens. Ich fühlte mich total desorientiert. Ich wand mich und hörte ein Stöhnen, ich wollte mich wieder bewegen,als ich mich erinnerte, dass Jonny mit mir im Bett war.

 

Aber er war nicht “nur” im Bett mit mir… seine Arme waren um mich geschlungen. Ich blinzelte und bewegte meine Hand langsam unter die Decke , und merkte überrascht das er mich wie ein Stofftier umklammerte.

 

“Jon” flüsterte ich, lehnte mich auf meine Ellbogen. “ Jonny.”

 

Er rührte sich nicht.

 

“ Jonathan”

 

Dieses Mal bewegte er sich ein bisschen- kam aber noch näher zu mir. Jetzt konnte ich mich nicht mal mehr hinlegen ohne auf ihm zu landen. Ich seufzte zu meinem Bedauern, dann machte ich mich daran seine Hände von meinen Hüften zu nehmen.

 

Naja, er hatte einen festen Griff. Nachdem ich einige Minuten gekämpft hatte, war ich meiner Freiheit kein bisschen näher. Und Jonny schlief immer noch friedlich. Meine Schultern taten mir schon weh vom Auflehnen, nicht sicher was ich tun sollte.Ihn aus dem Bett schmeissen? Ihn aufwecken? Einfach nur..auf ihn liegen?

 

Ich blinzelte, plötzlich hörte ich die zitternden Klänge eines Songs in meinem Kopf. Ein Song? Um vier Uhr morgens?

Unglücklicherweise, ich konnte es nicht leugnen, und ich konnte auch sicher nicht mehr einschlafen.

 

Also begann ich zu summen, sanft, um es leise zu halten. Ich versuchte die Notiz in meinem Gedächtnis zu behalten. Ein Ton hier… ich konnte das Piano einfliessen hören, die Gitarre… Mein Körper begann sich lebendig zu fühlen, meine Gedanken rasten. Ich klopfte einen Beat auf meinem Bein, immer noch summend. Es funktionierte irgendwie nicht, so sang ich vorsichtig ein paar Worte. Jonny rührte sich und ich versuchte zu stoppen , aber ich konnte nicht- die Worte kamen und die Musik formte sich wie ein Bild in meinem Kopf.

 

Ich war ein wenig dankbar und abgestumpft über diese plötzliche Welle der Kreativität- seit wir vor zwei Monaten angefangen hatten zu touren, hatte ich überhaupt keine Ideen mehr gehabt. Es dauerte nicht lange, da wurde ich nervös und aufgedreht- das geschah wenn ich für eine Weile nicht entspannt war. So in der Art: der Song konnte nicht raus. Ich musste mein Klavier hören. Ich brauchte meine Gitarre. Ich musste meine Worte rauslassen. Aber nichts kam.

 

Ich hörte wie jemand gluckste und schaute nach unten. Jonny war wach. Ooooh, danke.

 

“Um..hi” ich blinzelte.

 

Er lächelte, sagte aber nichts.

 

“ Hast du alles gehört?” Ich wunderte mich, wieso er so leise aufgewacht war. Wieso hatte ich es nicht gemerkt? Ich war doch nicht soo in den Song “versunken” gewesen. Oder?

 

Jonny schüttelte seinen Kopf ein wenig. “ Leider nicht”

 

Ich zuckte mit einer Schuler. “ Kannst du ein bisschen auf die Seite liegen?”

Er schaute auf das andere Kissen- sein Kissen- und auf das Kissen auf dem er lag- mein Kissen.

Dann schaute er mich an. Ich schaute ihn erwartungsvoll an.

 

Er schüttelte wieder seinen Kopf. “ Will ich nicht.”

 

“ Es kümmert mich verdammtnochmal nicht was du willst” lachte ich und schlug auf seine Schulter. “ Ich will schlafen und mein Rücken schmerzt”

 

Er hob seine Brauen. “ Dein Rücken schmerzt?”

 

“ Na klar, weil ich schon seit zehn Minuten so dasitze, du Heini”

 

Jonny lächelte geheimnisvoll, und ich konnte die Decke rascheln hören und dann- ich merkte nicht wie sich sein Arm bewegte- lag seine Hand auf meinem Rücken. Seine Hand glitt meinen Rücken entlang. Immer weiter nach unten. Und da er ja Gitarre spielte hatte er wunderbar starke Hände. Ich schmolz dahin und legte meine Hände über den Kopf. Ich hatte das Gefühl als ob er meine Knöchel küsste, aber ich war mir nicht sicher, weil ich total auf seine talentierten Hände fixiert war. Und auf das was sie vollbrachten. Die Knoten in meiner Schulter schmolzen. Der Schmerz in meinem Rücken verschwand unter seinen Berührungen. Ich sank fast in einen träumerischen Halb-Schlaf als ich seine Hände “unter” meinem Shirt spürte.

 

Ich sagte für eine Sekunde nichts, er auch nicht. Und seine Fingerspitzen berührten alle richtigen Orte auf meinem Rücken. Er fuhr meine Wirbelsäule entlang, ich zitterte; über die Kurve meiner Rippen, die Schulterblätter und er streichelte meinen Nacken mit seiner freien Hand. Ich war total zufrieden. Seine Hand auf meinem nackten Rücken war merkwürdig, aber irgendwie erfreute es mich. Ich beschwerte mich nicht. Es sah nicht so aus als ob er aufhören würde.

 

Mein Herz sprang ein bisschen als seine Fingerspitzen- aus Versehen- den Rand meiner Boxer streiften. Nur ganz kurz, dann waren seine Finger wieder auf meinen Schultern, als ob nichts passiert wäre. Mein Kopf wurde heiß als ich leise seufzte. Es fühlte sich so schmutzig an, da er ja mein bester Freund war. Es erschreckte mich ein wenig. Aber nichts daran fühlte sich “falsch” an. Ich fühlte mich noch nie zuvor zu Männern hingezogen, aber da baute sich etwas auf, das ich nie gefühlt hatte für ein Mädchen.

 

Aber wenn ich ans Wesentlich dachte, war Jonny doch kein Unterschied, oder? Er hat bloss Dinge die ein Mädchen nicht hat. Also kann nichts falsch daran sein wenn er mich “anregte”- er tat nur etwas das ein Mädchen nie für mich tun würde. Es war nur so was wie Liebäugelei, ein bisschen gefährlich, aber Spass.

 

“ Dann wieder” dachte ich für mich “ Wieso lasse ich es ihn tun, wenn ich es nicht wollen würde?”

 

Aber wie konnte ich sicher war, dass es “unschuldig” war? Ich fühlte mich dumm, als ich daran dachte ich würde ihm sagen er solle abhauen wenn er mir gerade etwas Gutes tat..

 

“Berühr meinen Arsch” dachte ich plötzlich als seine Hand meinen Rücken entlangglitt und mein Shirt über meine Schultern rutschte.,dann wieder abwärts, wo seine Hände vorsichtig auf Höhe meiner Hüfte stoppten. Die Massage hatte aufgehört. Das war die Rücksicht eines Lovers. Obwohl ich es versuchte, ich konnte nicht meinen Kopf heben und sagen er solle aufhören

 

Weil ich “wirklich” nicht wollte, das er es tat.

 

Er zog mit mein Shirt über den Kopf. Ich saß auf und zog es aus. Ich versuchte mich davon zu überzeugen, das die Tatsache das mein bester Freund mit mit schlafen würde total falsch war. Jonny wusste das ich sagen konnte was er dachte. Wir schämten uns beide, waren schüchtern: Ich konnte es fühlen. Aber ich schaute ihm trotzdem in die Augen, um irgendetwas daraus zu lesen. - lag es daran, dass ich so spät war?

 

Er nickte mir mit einem kleinen, wehmütigen Lächeln zu, als ob er die Frage in meinen Augen gesehen hatte.

 

Er nahm mein Kinn sanft in seine Hand und streichelte meine Wange mit seinem Daumen. Ich konnte nicht wegschauen, ich konnte nichts sagen. Seine Augen wanderten zu meinen Lippen, ich wusste was er tat, und ich wollte nicht das er aufhörte- alles was ich jetzt noch tun musste, war darauf zu warten, dass er “es” tat.

 

Jonny lehnte sich langsam nach vorne, unsere Blicke lagen aufeinander bis sich unsere Nasen fast berührten. Er berührte mich schnell und leicht mit seinen Lippen, als ob er sie testen wollte, ich liess meine Augen geschlossen. Das ist das Romantischer als alles was ich je mit einem Mädchen gemacht hatte.- und dabei waren wir in einem hässlichen Hotelzimmer, keine Kerzen, keine Rosen., keine romantische Musik, kein Dinner.

 

Dann küssten wir uns wirklich, unsere Münder öffneten sich gleichzeitig und wir lehnten uns aneinander. Es war ein nasser, überall-hin-Kuss und genau der Typ Kuss, den ich mir von Jonny vorstellte. Die Sanftheit seines Kusses liess mich erschaudern, und ich legte meine Arme um seine Schultern. Er saß auf und zog mich näher zu sich heran.

 

Er strich seine Hände über meinen Rücken. Plötzlich nahm er meine Oberlippe in den Mund und sog sanft daran. Ich versuchte mich an jeden Zungenkuss zu erinnern, den ich jemals gelernt hatte.

 

Keine Chance sie zu nützen. Seine Lippen waren von meinen gegangen, ich nahm tief und zitternd Atem, wunderte mich wo er geblieben war. Ich öffnete gerade meine Augen, als ich merkte wohin er ging.

 

Hinunter.

 

Ich schrie beinahe vor Überraschung auf, als er mich rückwärts aufs Bett stieß. Ich landete auf meinem Rücken und im nächsten Moment war er schon über mir, sein Mund wanderte von meiner Brust zu all meinen “süssen” Punkten, als ob er es schon hundertmal vorher getan hatte und genau wusste wohin. Seine Hände waren immer noch auf mir, erforschend und neugierig, berührten sie mich. Das brachte mich hilflos zum Stöhnen.

 

Er drückte meine Beine auseinander und legte sie um seine Hüften. Da merkte ich, dass die Romantik gegangen war- alles war nur noch unaufhaltbare Leidenschaft . Jonny hatte vor mit mir zu schlafen. Hier in diesem Bett, mit Guy und Will im Zimmer nebenan.

 

Ich konnte nicht anders. Ich stieß ihn weg und rutschte ans Ende des Bettes. Er schaute mich mit verletzten, verwirrten Augen an.

 

“Jonny--”

 

Der Song kam zurück. Ich konnte ihn in meinem Kopf hören, aber ich wollte ihn nicht. Ich schloss meine Augen, zitternd.

 

“Oh mein Gott..” Das war Jonny “ Chris, es tut mir so leid…es tut mir leid”

 

Ich schüttelte meinen Kopf heftig und hielt eine Hand hoch. Ich starrte ihn hilflos an. “Mir tut es nicht leid.”

 

Er hob seine Brauen “ Wieso dann..?”

 

“ Weil… ich… ich konnte…” Ich kämpfte damit die richtigen Worte zu finden. Dieses Gefühl das ich gerade ein paar Sekunden vorhin hatte, brannte immer noch in mir. Dieses heftige Verlangen. Ich hätte alles für Jonny getan, das wusste ich, aber…

 

Jonny machte ein angewidertes Gesicht und rieb sich die Stirn. “ Ich weiss nicht was ich gedacht habe. Es tut mir Leid…wirklich leid. Es war falsch und ich hätte es nicht tun sollen”

 

Ich senkte meinen Blick. Wusste nicht was ich sagen sollte.

 

“ Ich hätte meine Hände lieber bei mir behalten sollen. Ich konnte nicht widerstehen” Seine Stimme wurde bitter.

 

Ich war immer noch still. Ich stolperte aus dem Bett und ging ins Badezimmer, doch als ich das Licht anmachte, sah es irgendwie anders aus. Ich weiss nicht. Ich spritzte Wasser in mein Gesicht und atmete ein paar Mal tief ein. Ich hob meinen Kopf, Wasser tropfte vom Kinn. Mein Spiegelbild, bleich und fremd und matt, schaute mich mit verlorenen Augen an. Ich suchte nach etwasem in meinen Augen, fand es aber nicht.

 

Mein Spiegelbild verschwimmt, das Wasser ,das von meinem Gesicht tropft ist kein Wasser mehr. Ich möchte nicht das Jonny mich Weinen sieht. Das wäre lächerlich.

 

Aber es ist zu spät: er steht bereits hinter mir, legt seine Arme um meine Hüften. Seine angenehme Anwesenheit. Ich lache kurz, bitter, und streiche meine Tränen mit einer Handbewegung weg.

 

Jonny dreht sein Gesicht zu mir. Er sah so aus als ob auch er den Tränen nahe stehen würde. “ Weine nicht, Chris” sagte er beruhigend und küsste meine Stirn.

 

Ich drehe mein Gesicht für einen Moment weg, und ohne nachzudenken küsse ich ihn auf den Mund. Jetzt ist er überrascht, aber dann drückt er mich an die kalte Wand und küsst mich wieder und die Tränen kommen zurück, aber Jonny schaut nicht. Er kann mich nicht Weinen hören.

 

Dann sind wir zurück im Bett- wie sind wir hier wieder gelandet?, wunderte ich mich. Und nichts schien mehr echt zu sein. Es war wie in einem verdammten Stummfilm, in dem ich ihm Publikum saß anstatt auf der Leinwand zu sein. Ich schaute in Jonnys Gesicht und auch er schien nicht mehr echt zu sein.

 

Plötzlich schüttelte mich etwas, fest, und das Licht wusch den Film weg und ich öffnete die Augen.

 

“ Wach auf “ gluckste Jonny, er kniete neben dem Bett. “ Wir werden Mittagessen gehen und dann haben wir einen Soundcheck in ein paar Stunden”

 

Ich schaute ihn düster an, den Traum immer noch im Kopf.

 

Heiliger Jesus…Es war ein Traum. Ein TRAUM.

 

“ Chris?” er hob eine Augenbraue. “ Alles okay?”

 

Die Leute schienen mich das in letzter Zeit oft zu fragen. Ich nickte. “Komischer Traum” murmelte ich und liess meinen Kopf zurück aufs Kissen fallen.

 

“Ja, du hast letzte Nacht ganz schön herumgekickt und hast merkwürdige Geräusche gemacht. Ein Alptraum?”

 

Ich erhob mich schnell. “ Was? Geräusche?”

 

“Ja” Es war ihm peinlich, das merkte man.

 

Oh mein Gott, dachte ich. Bitte lass es nicht das sein was ich denke. “ Was..für eine Art Geräusche?” fragte ich sofort.

 

“ Ahm..” Jonny kratzte seinen Nacken. “ Nun..ja..”

 

Guy rettete mich in dem Moment, als er die Tür aufknallte. Er grinste und winkte mir. “ Phil hat gerade angerufen. Er sagt das uns eine Amerikanische Show haben will. Für einen Gig. “

 

“ Ein Fernsehauftritt?” fragte Jonny.

 

“Ja, aber live, nicht aufgenommen. Guy lehnte sich in den Türrahmen und kreuzte die Arme.

Jonny zuckte mit den Achseln und schaute mich an.

 

Ich warf meine Hände hoch. “Ich hab keine Ahnung. Ich bin grade aufgewacht.”

 

Guy lachte und ging. Er schloss die Tür hinter sich. Jonny schwang seine Beine vom Bett. “ Komm schon, Chris. Steh auf.”

 

Dann ging auch er. Und ich war alleine. Ich begab mich ins Badezimmer, zündete das Licht an. Es sah echt aus. Und dann lachte ich darüber, so paranoid zu sein. Es war bloss ein Traum. Jonny war nicht schwul- ganz sicher weniger als ich, als mir der Traum wieder einfiel.

 

Ich putzte mir die Zähne, wusch mir das Gesicht und versuchte keinen Gedanken an Jonny zu verschwenden. Das klappte ganz gut, bis er wieder kam und seinen Kopf ins Badezimmer steckte.

Ich schaute sein Spiegelbild an, und er schaute zurück.

 

“ Komm schon, du Diva” sagte er und kniff mich in die Seite. “ Wir alle sind bereit zu gehen, du hälst uns alle auf.”

 

“ Halt die Klappe” gab ich zurück, wusch meine Zahnbürste unter dem Wasser ab und tat sie zurück in meine Tasche.

 

Er lachte in einer eher unjonnymässigen Art und überraschte mich, indem er mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange gab. Dann ging er hinaus, ich stand da und schaute geschockt in den Spiegel.

 

Es war ein verdammter Traum. Ich schwöre.

 

Ein Traum.

 

Ich wiederholte es immer wieder, während ich mich anzog. Dann rannte ich nach draußen als Guy hupte und liess mich mürrisch neben Will nieder.

 

Traum oder nicht, ich konnte nicht widerstehen , einen Blick durch den Rückspiegel zu Jonny zu werfen. Er las friedlich. Doch er musste irgendwie einen sechsten Sinn haben, denn auch er schaute mich an. Da war etwas in seinen Augen… etwas Wissendes…

 

Ich schaute weg. Er las weiter.

 

Wir redeten den Rest des Tages nicht miteinander.

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KAPITEL 7

 

AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Es war die siebente Woche unserer Europa-Tour. Wir waren fertig, und hatten schlussendlich zwei Nächte an denen wir nichts mit unserer Zeit anzufangen wussten. Das war toll.

 

Erstens, wussten wir nicht wohin wir gehen sollten. Wir waren irgendwo in Nordengland- weiss nicht mehr wie der Ort hieß- und Guy hatte vorgeschlagen irgendwo in einer Bar den erfolgreich beendeten ersten Teil unserer Tour zu besaufen. Leider waren Will und ich einverstanden. Chris war es nicht, ging aber trotzdem mit. Das war nun mal seine Art.

 

Ich wünschte ich wäre zu Hause geblieben.

 

Die Bar war eher unauffällig und beinahe leer. Ein paar düster aussehende Typen, spielten im anderen Ende des Raumes ein Billardspiel. Wir Vier sassen in eine etwas dunklere Ecke, weg von den mürrisch dreinschauenden Männern und den billig angezogenen Frauen. Die wenigen Barkeeper waren nüchtern genug, um uns ab und zu einen merkwürdigen Blick zuzuwerfen- gut angezogene, gepflegte, junge Männer an so einem Ort?? Musste wohl ungewöhnlich sein. Wir fielen richtig aus dem Rahmen. Chris zappelte die ganze Zeit herum. Guy und Will warfen jedem ab und zu einen vorsichtigen Blick zu. Ich schob meinen Stuhl lieber näher zu Chris und ignorierte das Geschehen um uns herum. Naja, das Bier war ja auch billiger als sonst.

 

Wir prosteten uns zu, und führten eine alte Tradition aus, die wir seit… naja, seit dem Tag an dem wir uns trafen machten. Chris öffnete eine kalte Flasche und nahm einen kräftigen Schluck, dann reichte er sie mir. Ich trank auch daraus und gab sie dann Guy, der das Gleiche tat, und sie schlussendlich Will in die Hand drückte. Er gab sie dann wieder Chris, der sie noch leerte. Als wir die leere Flasche zurück auf den Tisch stellten, war die Bedrücktheit von vorhin weg, und wir lachten und sprachen miteinander. Alle anderen ignorierten uns, was total in Ordnung war.

 

Wir sassen keine zwanzig Minuten hier, da legten ein paar der Typen, die gerade Billard gespielt hatten, ihre Stöcke nieder und wanderten langsam auf unseren Tisch zu. Ich stieß Chris mit meinem Ellbogen in die Seite, und er schaute sie an. Er schaute nicht ängstlich aus. Er lächelte sogar fröhlich. Ich hätte mir fast auf die Stirn geschlagen. Wie konnte man nur so naiv sein?

 

Einer von ihnen sprach uns an. Wie es aussah, war er wohl der Boss der ganzen Gruppe. Er hatte eine raue Stimme und einen britischen Akzent. “ Ich hab euch Wichser hier noch nie gesehen.”

 

“Wir sind hier bloss auf der Durchreise” sagte ich schnell. Ich merkte das Guy schon sich schon für einen Kampf bereitmachte. Will schaute vorsichtig und ein bisschen erschreckt drein. Und Chris lächelte immer noch wie ein verdammter Idiot, ich sah wie er seine Hände um seine Bierflasche gelegt hatte. Er war auch bereit.

 

“ Nur auf der Durchreise?” Der Boss schaute seine Kollegen mit einem ungläubischen Grinsen an. Ich schreckte ein wenig zurück.

 

“ Ja, wir sind nur für einen Drink hier, dan sind wir wieder weg” Ich lächelte leicht. Sie glaubten es nicht, das merkte ich. Wieder mal unser verdammtes Glück.

 

“ Ich wollte nur sagen das ihr Schwanzlutscher hier nicht willkommen seid.” fuhr uns einer an, trat hinter dem Boss auf uns zu.

 

“ Denkst du, du machst uns Angst?” fragte Chris sauer.

 

“ Oh nein..” der Boss grinste schadenfroh. “ Ich wollte daraus bloss ein “Hand-Drauf”-Ding machen.”

 

Bevor Chris reagieren konnte, packten ihn zwei Hände am Kragen und zogen ihn so heftig vom Stuhl, das dieser umkippte. Guy und Will waren innert Sekunden auf den Beinen, ich sprang auf und leerte aus Versehen das Ganze Bier über mich. Ein paar der Typen lachten, und ich zuckte zusammen, als das Bier durch meine Hose lief. . Als ich hörte wie eine Faust auf Chris’ Gesicht landete, bekam ich Panik. Jetzt tat ich das Einzige das mir in den Sinn kam. Ichs schleuderte die leere Bierflasche in die Gruppe dieser Typen rein.

 

Sie zerbrach auf dem Kopf des Bosses. Er liess Chris sofort los, krachte stöhnen auf den Boden und hielt eine Hand auf seine blutende Wange. Guy sprang um mich aus dem Weg zu ziehen, aber die Anderen waren bereits hier. Ich fühlte wie mich jemand in die Rippen trat. Ich fiel rückwärts auf unseren Tisch. Der Schmerz verschlug mir den Atem und meine Wahrnehmung verschwamm.

 

Guy fluchte herum, stieß ihn weg und schlug blind auf einen von ihnen ein- derjenige der eine hässliche Lederjacke trug. Überraschenderweise schlug Guy ihn zu Boden, aber die Anderen lagen im nächsten Moment schon auf ihm. Ich zählte wie viel sie waren. Sieben- gegen vier. Guy war der Wildeste, Will der Stärkste und Chris der Mutigste. Ich? Ich war Nichts. Ich kauerte ängstlich neben dem zerbrochenen Stuhl. Wünschte ich wäre irgendwo, nur nicht hier.

 

Ich sah wie Chris sich wankend erhob und vor Schmerz aufschrie. Aber der Grösste der Gruppe stieß ihn an die Wand und schlug ihm seine Faust in den Magen. Er sackte zusammen.

 

Ich sah was abging Diese Typen hatten eine Anordnung. Sie hatten Routine. Sie waren auf Chris aus, denn sie formten einen Halbkreis um ihn. Einer hatte einen angebrochenen Flaschenkopf in der Hand, ein Anderer den Billardstock. Und obwohl meine Sicht verschwommen war, hätte ich schwören können, dass Einer von ihnen ein Messer in der Hand hielt. ¨

 

Will half Guy aufzustehen und klopfte ihn ab. Ich wusste das ich der Einzige war, der noch etwas tun konnte. Ich erhob mich schnell und nahm eines der abgebrochenen Tischbeine in meine Faust. Ich konnte die Angst in meiner Kehle spüren, aber lieber würde ich sterben als Chris verhauen werden zu sehen. Oder getötet. Er schwankte und drehte sich zu mir um. Und Chris rief meinen Namen mit schmerzvoller Stimme. Ich schluckte meine Besorgnis runter und ging auf den Mann mit dem Messer los. Meine Angst verschwand und ich schlug so hart ich konnte in das Gesicht des Mannes. Dieses Mal ging er zu Boden… ich aber auch- mit Vier anderen auf mir. .Chris rief wieder meinen Namen und ich kämpfte um flüchten zu können., aber sie bewegten sich nicht. Sie schlugen mich nicht, sie nagelten mich nur am Boden fest. Sie hielten mich auf den Boden gedrückt.

 

Sie zwangen mich zuzuschauen.

 

Der Anführer, hatte die angebrochene Flasche in seiner Faust. Chris’ Arme wurden von einem anderen Typen zu Boden gedrückt, und er kämpfte hoffnungslos dagegen an. Seine blauen Augen waren ängstlich auf die Flasche gerichtet.

 

Dann nahm er Chris’ Nacken in die Hand und hielt in leicht vom Boden auf, dann flüsterte er etwas das ich nicht hören konnte. Chris wurde bleich. Ich kämpfte, rief Chris’ Namen hilflos bis ich nicht einmal mehr Atmen konnte.

 

Einer schlug den Billardstock so hart in Chris’ Rippen, das dieser zerbrach. Ich hatte keine Zweifel, das einige seiner Rippen im gleichen Zustand wie der Stock waren. Alle Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. Tränen glitzerten in seinen Augen.

 

Ich wusste nicht was danach geschah. Ich muss weggetreten sein. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf einer Trage in einer weissen Krankenhaushalle. Guy und Will standen neben mir. Sie hatten Bandagen an ihren Armen und Gaze über ihren Wunden. Guys Finger waren zugeklebt. Will trug einen Gips an einem Arm. Beide schaute miserabel aus.

 

Ich hielt nach Chris Ausschau. Ich konnte ihn nicht sehen. Polizisten waren überall um uns herum .Ärzte rauschten hin und her. Ein paar blieben stehen und fragten mich nach meinem Befinden, ich schüttelte nur meinen Kopf und fragte nach Chris, aber sie rannten weiter.

 

“ Chris ist auf der Intensivstation” sagte Guy leise. Seine Stimme war rau. Seine Augen gerötet.

“ Intensivstation?” Mein Herz begann zu schlagen.

 

Will begann etwas zu sagen, aber er stoppte und atmete ein bevor er weiterfuhr. Er suchte nach Worten. “ Sie wissen nicht ob er es überlebt.” murmelte er.

 

Sie wussten nicht ob er leben würde.

 

Ich wiederholte das ein paar Mal in meinen Gedanken,aber ich konnte nichts fühlen. Es war als ob ich ausgeschöpft war. All meine Trauer war weg. Ich war weg. Ich war leer.

 

Sie wussten nicht ob er leben würde.

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KAPITEL 8

 

AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Ich atmete tief ein, als ich draußen vor dem Krankenhaus stand. Ich hielt meine Tasche nervös in der Hand. Dann ging ich durch den Haupteingang auf die Schwester am Empfangstisch zu. Mein Blick schlenderte herum, die Tasche in meiner Hand fühlte sich immer schwerer an. Ich hatte Angst die Schuld in meinem Gesicht würde zu sehen sein. Niemand hielt mich auf, und ich lief mit gesenktem Kopf auf Chris’ Zimmer zu.

 

Als ich vorsichtig um vor der Tür herumschlich, sah ich das er auf war, er schrieb in einem Notebook.

Der Gips von seinem rechten Arm und die Bandagen an seinen Beinen waren weg. Er trug wieder seine Jeans, allerdings bezweifelte ich das der Arzt das bewilligt hatte. Seine Quetschungen waren verheilt aber schwache Blessuren erinnerten an die schreckliche Nacht zwei Wochen bevor. Seine Rippen waren immer noch nicht ganz verheilt, ebenso die Wunde auf seiner Brust und der gebrochene Wangenknochen.

 

Ich trat ein, aber er schaute nicht auf. Ich schaute ihn einen Moment gelassen an, sah wie leicht er sich jetzt wieder bewegen konnte- im Gegensatz vor einigen Wochen. Damals schmerzte es ihn schon, wenn er nur seinen Kopf bewegte. Die Ärzte sagten beinahe jeden Tag, wie froh sie über seine gute Heilung waren. Sie sagten er sei der entschlossenste Patient seit langem. Die Wände waren zugeklebt mit Gute-Besserung Karten von Fans, Freunden, Familie und sogar ein paar von den Krankenschwestern, denen Chris gut gefiel. Als ich den grossen Blumenstrauss auf seinem Nachttisch sah, lächelte ich. Er hatte viele Menschen, für die er gesund werden würde.

 

“ Hey, Chris” sagte ich freundlich. Er schaute schnell von seinem Notebook auf, seine Augen ruhten auf mir. Ich erinnerte mich wie matt und schmerzlich sie noch vor einigen Wochen gewesen waren. Jetzt waren sie wieder lebendig und leuchtend .

 

“ Hey Jon” Er lächelte mich breit an. Seine aufgesprungenen Lippen waren auch geheilt. Ich erinnerte mich einen Monat zurück: Ich hatte seine Schönheit zugegeben. Habe beobachtet wie seine Brust sich bei jedem Atemzug hob und senkte, und es wunderte mich nicht sein Herz schlug. Seine Existenz schien mir kein Wunder zu sein. Aber das war damals. Jetzt, wenn er die Augenbrauen spöttisch hob, oder ich ihn lachen oder gähnen sah, er in seine Hände schlug oder er mir sogar den Mittelfinger zeigte… es gab mir ein intensives Gefühlt von Dankbarkeit. Jede Minute in Chris’ Anwesenheit war mehr als ich mir jemals erhofft hatte.

 

Ich lächelte und zog einen Stuhl zu ihm ans Bett heran. Ich rutschte so weit nach vorne, bis meine Knie ans Metall des Bettes stiessen. Chris lehnte sich vor und strich mir durch die Haare, und für einen Moment hatte ich das Gefühl, mein Herz würde bersten vor Liebe. Es schwoll in meiner Brust an und meine Augen füllten sich mit Tränen, ich konnte einfach nicht anders, ich nahm Chris’ Hand in meine und drückte einen Kuss auf sie. Er lächelte wissend und streichelte meine Wange, ich zitterte beinahe.

 

“ Wie geht es dir” fragte ich sanft.

 

Er beließ es etwa eine Minute bei dieser Frage. “ Ich muss sagen, das es mir besser geht als letzte Woche.”

 

“ Das beantwortet meine Frage nicht wirklich”

 

“ Tut es nicht?”

 

“ Wie ging es dir letzte Woche?”

 

Chris schaute mich sarkastisch an. “ Was “denkst” du, wie es mir letzte Woche ging?”

 

Ich schaute auf den Boden. Er hatte es begriffen.

“ Wie auch immer..” Er lächelte mich an. “ Mir geht’s gut.”

 

“ Schön zu hören.”

 

Chris zuckte mit den Schultern, immer noch ein wenig lächelnd.

 

“ Wir haben den Rest der Tour abgesagt” sagte ich, und wartete auf eine Reaktion in seinem Gesicht.

 

Sein Lächeln verschwand und seine Augenbrauen wurden ernst. “ Oh, die Tour! Hab ich vergessen!”

 

Ich schüttelte lachend meinen Kopf. “ Mach dir keine Sorgen. Ich verrate nichts. Will und Guy waren erleichtert.”

 

Er legte seine Hände auf sein Kinn. Immer noch ernst dreinblickend. “ Ja?”

 

“ Ja” Ich nickte. “ Sie waren besorgt. Du hättest Guy sehen sollen. Er hat ein “ Loch” in den Boden gelaufen. Ich dachte die Schwester würde ihn schlagen.”

 

Chris lachte ein bisschen, spielte mit dem Bändel seines Krankenhausanzugs rum. “ So ist er nun mal.”

 

Ich nickte wieder. Da war etwas Unbeholfenes. “ Ich habe mir auch Sorgen gemacht.” sagte ich schnell. Ich hätte mich am liebsten geschlagen. Ich Idiot! Ich war so unsensibel.

 

Chris schaute mich irgendwie schadenfroh an. “ Ich weiss.”

 

Ich erinnerte mich plötzlich an die Tasche. “ Ich hab etwas für dich.” Ich lachte. Chris blinzelte. Ich griff in die Tasche und nahm eine Packung Schokoladeneis heraus. War schon ein wenig geschmolzen, aber immer noch genießbar. Chris lächelte verschmitzt. “ Du weißt das du kein Essen bringen darfst.”

 

“ Oh, ich weiss.” sagte ich unauffällig und fischte einen Plastiklöffel vom Grund der Tasche raus. Ich reichte Chris beides, er nahm es zu sich, hilflos lachend. Erzog den Karton mit beiden Händen zu sich, wie ein kleines Kind. Dann nahm er einen Löffel voll, er genoss es richtig. “ Mmm” murmelte er und schloss seine Augen als ob er auf Ecstasy wäre. “ Schon lange her, seit ich etwas “gutes” gegessen habe.”

 

Ich musste einfach über seine glückliche Äusserung lachen. Die weissen Wände des Krankenhauses verschwanden. Ich erinnerte mich an damals, vier Jahre zurück, als wir uns das erste Mal getroffen haben und an einem nassen, windigen Tag am Strand sassen. Chris’ Jeans waren bis zu den Knien hochgerollt und sein Shirt war voller Sand. Er lag auf dem Rücken im Sand, seine Locken im Gesicht.

 

“ Wünscht du dir nicht auch, das hier könnte ewig dauern?” fragte er mich sanft.

 

Ich schaute ihn an und sein verletzbares, unschuldiges Lächeln ging mir ans Herz. Ich lag neben ihm im kalten Sand, der Wind blies unsichtbar über uns. “ Natürlich will ich das.” Sagte ich. “ Die ganze Zeit”

 

Die ganze Zeit… wenn ich mit dir bin. Dann ist alles in Ordnung. Alles war relativ. Alles um mich herum verschwand.

 

Ich blinzelte und die Erinnerung verschwand als Chris mich beim Namen rief. “ Jon” Er hielt einen Löffel Eiskrem zu mir hin, dümmlich lachend. “ Beeil dich, es fällt runter.”

 

Ich blinzelte überrascht.

 

“Wirst du es den ganzen Tag anstarren oder was?” lachte er.

 

Ich machte ein Gesicht, dann lehnte ich mich nach vorne um den Löffel in meinen Mund zu nehmen, ich fühlte mich wie ein errötetes Schulmädchen. Ich schluckte schnell. Als ich Chris anschaute, schaute er mich mit einem Blick an der mich zittern liess. Mein Gesicht war heiß.

 

Er ass weiter und ein paar Tropfen fielen auf seine Hand. Er machte ein erschüttertes Geräusch und leckte es von seiner Hand. Ich beobachtete ihn mit erhobenen Augenbrauen, unruhig auf meinem Sitz rutschend.

 

Chris steckte den Löffel in den Becher und schaute mich mit Hundeaugen an.

“ Komm, setz dich zu mir. Ich bin einsam.”

 

Ich konnte nicht widerstehen. Obwohl ich mich idiotisch fühlte, als ich ins Bett lag und er zur Seite rückte bis wir beide Platz hatten. Er legte seinen Kopf müde auf meine Schulter. Ich sah das sie ihm einen Teil seiner Haare am Hinterkopf abrasiert hatten, damit sie ihm Infusionen geben konnten. Mein Herz sprang wieder, ein Bild von Chris wie er blutend und um mich weinend da lag. Ich legte meinen Arm um seine Schultern und zog ihn nahe an mich heran.

 

“ Der Arzt hat gesagt, das du bald draußen sein wirst.” Ich wusste das er das wusste. Ich hatte es bloss gesagt um mich zu beruhigen.

 

Chris nickte. Sein Kopf lag immer noch auf meiner Schulter. “ Danke für das Eis. Du weißt gar nicht wie viel mir das bedeutet.”

 

Ich lächelte ihn an und er nahm einen weiteren Löffel voll in den Mund. Seine Zunge war nicht schnell genug, so tropfte ein Teil auf sein Kinn. Er lachte und wischte es weg.

 

Ich sah wie er mit seiner Zunge die Unterlippe säuberte. Und plötzlich wurde mir klar, dass es eigentlich eine schlechte Idee war, mit Chris, der gerade mal halb angezogen war, in einem Bett zu liegen und ihn zu umarmen. Vorallem auch, weil er einen Karton Eiskrem auf seinen Beinen hatte und sie überallhin verteilte.

 

Dann stellte ich mir vor, wie ich einen Löffel voll in den Mund nahm, mich über ihn lehnen würde und ihn küssen würde. Unsere Zungen würden mit der Schokolade vermischt. Ich stellte mir vor ich würde sie von seiner Brust küssen, wie ich…

 

Meine Gedanken hörten auf. Ich seufzte und richtete meine Augen Richtung Himmel. Wieso ich? Wieso musste ich mich in meinen besten Freund verlieben? Ich meine, es war auf irgendeine komische Weise perfekt. Er war perfekt. Er war wundervoll und intelligent und loyal und begehrlich. Aber er war männlich, und ich war nicht schwul. Also wieso dann? Spielten mir meine Gedanken nur einen Streich?

 

Ich schaute ihn taktvoll an. Er leckte den Löffel sauber, er hatte immer noch ein zufriedenes Gesicht.

 

Nein… da war keine Möglichkeit das sie mir einen Streich spielten. Es war echt. Ich konnte es fühlen. Ich fühlte für ihn mehr als ich jemals für jemanden gefühlt habe.

 

Jetzt hatte ich zwei Möglichkeiten. Ich könnte mich weiter vor ihm peinlich machen, mit meiner Zuneigung, oder ich könnte gehen, mich vor der “Peinlichkeit” retten. Dann würde ich mich aber allein und leer fühlen, ohne Chris’ schönes Lächeln.

 

Chris lehnte sich ein wenig zurück um mir einen Löffel voll Eis zu geben. Ich grinste ein wenig, legte meine Hand um seine und nahm sein Angebot an.

 

Ich werde noch eine Weile hierbleiben

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KAPITEL 9

 

DER REST DER ERINNERUNG VON JONNY ( AM STRAND )

 

Der Himmel warf graue Streifen an den Horizont, und der Wind blies mit bitterer Kälte. Es war beinahe November. Aber noch nie vorher war es so kalt gewesen wie jetzt. Die Strände waren leer; die Luft roch nach Salz und Sand.

 

Chris war wie eine Vision, wie er barfuss den Strand entlangrannte. Seine Locken flogen herum und man konnte sein Gelächter hören. Ich renne hinter ihm her, obwohl ich das Gefühlt habe je mehr ich renne desto weiter kommt er. Die Geschichte meines Lebens. Ich lache auch, aber nur weil er es tut.

 

Wenn ich doch nur nahe zu ihm kommen könnte, dann hätte das alles hier einen Zweck. Dann hätte meine harte Arbeit eine Belohnung. Aber er ging weiter und weiter weg.

 

Wir schleuderten uns in den Sand nieder. Unsere Brust hob und senkte sich, und der Puls hämmerte in den Ohren. Chris machte ein Rad, fiel aber auf den Boden bevor er es überhaupt hingekriegt hatte. Er lachte atemlos. “ Jonny..” sagte er, nach Luft schnappend. “ Ich hab Seitenstechen..”

 

Ich kniete mich neben ihm nieder. Aber da war er schon wieder aufgestanden. Er zog sein Oberteil aus und warf es in die Luft. Es wurde einige Meter vom Wind weggeblasen. Ich nahm eine handvoll Sand in die Hände und liess ihn durch meine Finger rieseln. Dabei beobachtete ich wie Chris halbnackt ins Wasser sprang. Er war ein unaufhaltbares Bündel Energie: immer in Bewegung, immer am Sprechen und immer am Denken. Seine Augen sprühten vor Fröhlichkeit, jedes Mal wenn ich in sie hineinsah. Hell und stürmisch.

 

Chris rief meinen Namen. Ich wischte den Sand von meiner Handfläche und lächelte, obwohl Chris mich nicht sehen konnte.

 

Er rief meinen Namen wieder. Und spritze Wasser über sich. “ Das Wasser ist toll.”. Die Wolken rissen auf und die Sonne schien einen Moment weiss- glitzernd aufs Wasser. Chris sah wie ein Engel aus. Wie er dastand, leuchtend.

 

Ich zog meine Schuhe aus und steckte die Socken in sie herein. Dann entledigte auch ich mich meines T-Shirts und joggte den Strand bis zu Rand des Wassers runter. Es schwappte nach vorne über meine Füsse, dann wieder zurück. Ich schaute zu Chris. Das Wasser ist grünlich- blau, an manchen Stellen etwas dunkler. Chris war schon weiter hinausgewatet, das Wasser reichte ihm schon bis zu den Hüften. Ich beobachtete ihn, und atmete tief durch meinen Mund ein.

 

“ Komm schon.!” rief er ungeduldig. “ Willst du den ganzen Tag da rumstehen?”

 

Dann tauchte ich ein, das Wasser umschloss mich. Ich kam wieder nach oben und schnappte nach Luft.

 

“ Es ist kalt” Sagte ich mit einem Aufschrei. Chris lachte und tauchte zu mir. Wasser lief sein Gesicht hinunter, tropfte seine Nasenspitze herab, lief über seine Lippen und drückte seine Haare auf den Kopf. Ich spritze ihn zitternd an. Er tauchte wie eine Vision aus dem Wasser auf, seine Sommersprossen auf der Brust fielen richtig auf der bleichen Haut auf.

 

Er zeigte auf einen verschwommenen Punkt am Ende des Horizont. “ Schau mal” sagte er atmend. Cih schielte in die Richtung.

 

“ Was ist das?”

 

“ Ein Leuchtturm”

 

“ Und was ist so toll an einem Leuchtturm?”

 

Chris schaute mich auf kindische Art an. “ Weiss nicht.”

 

Ich rollte mit den Augen und spritzte ihn wieder an. Er lachte und stolperte rückwärts.

 

“ Oh, Chris. Komm her.” sagte ich. Er kam näher, ich öffnete meine Arme. Er lehnte sich an mich und ich legte meine Arme um ihn. Ich hob ihn beinahe aus dem Wasser. Er schrie vor Überraschung auf und lachte dann. Sein Körper war heiß und nass. Er warf seinen Kopf zurück.

 

Ich lachte und warf ihn zurück ins Wasser. Er tauchte prustend wieder auf, fluchte mich an. Ich ging ihm aus dem Weg, falls er versuchen würde mich zu schlagen. Aber stattdessen tauchte er wieder ein. Ich folgte ihm langsam, beobachtete wie er wieder auftauchte. Dann schüttelte er sich wie ein Hund und liess sich auf den Sand fallen.

 

Die Luft war ein Schock als ich aus dem Wasser kam und mich neben Chris nieder liess. Unsere Körper waren so nahe beieinander wie wir es wagten. Es war einen Moment still als wir nach Luft schnappten, Chris zeichnete Linien in den Sand. Es war so weich ich hätte es fast nicht gemerkt. Chris summte “Halleluja”. Um die Schönheit des Moments wiederzuspiegeln.

 

Ich lächelte Richtung Himmel. Chris legte sich jetzt auch auf den Rücken.

 

“ Wünschst du nicht auch, das hier könnte ewig dauern?” fragte er mich leise. Es war überraschend so tiefgründig zu reden, vor allem weil ich normalerweise keine Antwort hatte.

 

“ Natürlich wünsche ich das.” flüsterte ich. “ Immer.”

 

Er lächelte und liess Sand durch seine Finger rieseln. Er lief wie ein Wasserfall auf meine Handfläche. Ich beobachtete ihn. Ich war in Frieden. Und dann als ich in seine tiefen Augen schaute, da begannen meine Gedanken zu rasen.

 

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Wieder zurück in der Gegenwart. Ich sitze immer noch neben Chris, während er schläft. Ich wundere mich wie lange ich mich angelogen hatte. Ich wunderte mich wie lange ich alles verleugnet hatt.e

 

Im Licht der aufleuchtenden Aprilsonne sagte ich Chris, dass ich ihn liebe.

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KAPITEL 10

 

AUS CHRIS’ SICHT ERZÄHLT

 

Jonny kam immer wieder zurück; nicht mehr mit Eiskrem oder dergleichen, sondern immer mit einem Lächeln und einem schmutzigen Witz. Guy und Will waren meistens auch dabei, aber ich denke alles im Krankenhaus ängstigte sie ein wenig. Jonny war daran gewöhnt. Manchmal wachte ich morgens oder mitten in der Nacht auf, und Jonny würde neben mir in einem Stuhl schlafen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie verspannt sein Rücken schon sein musste.

 

Nach etwa drei Wochen im Krankenhaus, war ich verdammt froh endlich wieder draußen zu sein. Ich wusste, dass ich noch nicht komplett geheilt war. Manchmal taten meine Rippen so weh, das ich Schreien musste, bevor ich es unterdrücken konnte. Oder wenn ich an diese Nacht zurückdachte, kam die Angst wie eine Hand, die sich um meine Kehle legte. Aber das machte nichts: ich wollte nach Hause. Ich wollte nach draußen, um mit Jonny wieder um die Häuser zu ziehen und an einem Montagmorgen faul herumzusitzen und Gitarre zu spielen.

 

Mein Traum verfolgte mich immer noch- den merkwürdigen Traum den ich über Jonny hatte, bevor alles begann falsch zu werden. Vorher hatte ich mich noch über seine Bedeutung gewundert, aber jetzt war es total klar.

 

Ich denke, im Krankenhaus hatte ich viel Zeit nachzudenken. Die Leute schickten mir Karten und meine Familie besuchte mich ein- oder zweimal. Aber drei Wochen waren eine verdammt lange Zeit. Jonny besuchte mich gewöhnlicherweise nicht länger als eine Stunde, vielleicht mal zwei. Aber da blieben mir immer noch acht Stunden zu Selbstunterhaltung. Ich hatte versucht Songs zu schreiben, aber wenn ich aufsaß schmerzten meine Rippen. Alles was herauskam war sowieso deprimierend. Ich konnte keine Töne für die Wörter finden.

 

Manchmal versuchte ich auch zu laufen, mit einer netten Krankenschwester an meine Seite. Ich passte auf das ich meinen Rücken geradehielt und bewegte mich langsam vorwärts. Um nicht irgendwelche heilenden Wunden wieder aufzureißen. Manchmal halfen Will, Guy oder Jonny mir zu laufen, aber das war peinlich. Ich fühlte mich dann wie ein kleines Kind. Ich wollte ihre Hilfe nicht ( auch wenn ich sie vielleicht manchmal wirklich brauchte ). Aber ich wollte ihnen zeigen, dass ich wieder der alte Chris werden würde. Nach einer Weile vergassen wir sogar was passiert war. Wir wollten bloss wieder Coldplay sein.

 

Das Einzige Problem war Jonny. Na klar, konnten wir wieder Coldplay sein. Wir konnten vier ganz normale Männer sein, die Musik machten. Das sind wir auch schon immer gewesen.

 

Aber in den letzten Wochen, hatte etwas in mir sich verändert. Jonny kam um mich zu besuchen, wir sprachen ganz normal miteinander, aber die Art wie wir uns anschauten, sagte etwas anderes. Ich konnte mich nicht mehr länger anlügen. Das Einzige was ich jetzt noch tun musste, war es ihm zu sagen.

 

Aber konnte ich das? Konnte ich es riskieren? Ich meine, was wäre wenn die Blicke die mir Jonny zuwarf, einfach nur Einbildung waren, und er nichts für mich fühlte? Wäre ich dann nicht ein Idiot?

 

Ich seufzte und blinzelte. Es war 5:43. Jonny und die Anderen kamen immer so etwa um Sechs. Also siebzehn weitere Minuten totzuschlagen.

 

Ich wunderte mich heimlich, was wohl meinen Angreifern passiert war. Keiner hatte mir bisher erzählt, was passiert war nachdem ich ohnmächtig geworden war. Sie hatten mir auch nie von all meinen Verletzungen erzählt- der Arzt hatte mir gesagt, dass ich zwei Tage lang auf der Intensivstation im Koma lag. Und Jonny saß an meiner Seite - fühlte den selben Schmerz wie ich- die ganzen vierundvierzig Stunden lang. Dafür fühlte ich mich dankbar. Mein kleiner Engel. Ich hatte ihm aber nie erzählt das ich das wusste. Er würde sterben vor Scham.

 

Von da an blieb ich ruhig, lächelte nur mysteriös wenn es erwähnt wurde. Jonny hatte es nie erzählt. Ich dachte, dass Will es wusste. Und das machte mich noch dankbarer für unsere Freundschaft.

 

Jonny kam spät. Und ohne Guy und Will. Es war schon beinahe dunkel, als er auftauchte.

Ich zappelte gerade nervös herum als Jonny gerade seinen Kopf zur Tür hereinsteckte.

 

“ Mr. Martin?” sagte er mit einer tiefen Stimme. Dann kam er lächelnd ins Zimmer rein. Er hatte einen Strauss Blumen in der Hand. “ Ich habe ein Geschenk von deinem grössten Fan.”

 

Ich lachte und nahm ihm die Blumen ab, und roch an ihnen. “ Wer könnte das sein?”

 

Er lehnte sich vorne. Seine Augen leuchteten. “ Von mir natürlich.”

 

Ich gab ihm eine Umarmung, achtete aber darauf nicht die Blumen zu zerquetschen. “ Also macht das dich zu meinem Groupie?”

 

“ Ich bin das Beste Groupie überhaupt… ich bin IN der Band. “ sagte er lachend.

 

Ich lachte ebenfalls und zeigte auf eine Vase, die auf meinem Nachttisch stand. “ Nimm sie und wasch sie” wies ich ihn an. Er nahm die alten, verwelkten Blumen raus, warf sie in den Mülleimer und füllte die Vase mit frischem Wasser. Er lehnte sich mit der Vase zu mir, damit ich die Blumen hineintun konnte. Ich tat es ganz vorsichtig. “ Das ist so lieb.” sagte ich als ich die schön gefärbten Blüten betrachtete. Jonny stellte die Vase zurück auf den Tisch. “ Danke.”

 

Jonny kicherte und setzte sich dann zu mir neben das Bett. Ich kickte ihn leicht und er packte mein Bein. “ Ganz ruhig, ganz ruhig”, er schnalzte mit der Zunge, und ich versuchte ihn mit dem anderen Fuss zu kicken.

 

“ Hey, ich habe wieder mit den Ärzten gesprochen. Sie haben irgendwelche Namen von Schmerzmitteln geschwafelt und mir gesagt das sie dich bald entlassen werden. “

 

“ Toll” sagte ich.

 

“ Ich weiss” sagte er lächelnd. Er stieß meinen Fuss weg. “ Und wie geht’s dir?”

 

Ich lehnte mich mit gekreuzten Beinen zurück. “ Ich weiss nicht. Bin okay. Weißt du, ich habe mich schon gewundert was eigentlich mit diesen Typen passiert ist.”

 

Jonny machte ein angewidertes Gesicht. “ Die Idioten die dich verletzt haben?”

 

“ Ja.”

 

“ Die sind leicht davongekommen.” schimpfte er. “ Ich wollte sie umbringen.”

 

Ich wartete geduldig darauf, das er noch mehr auf das Thema einging.

 

Jonny wandte seinen Blick ab. “ Naja, sie hatten Zeugen, aber kein wichtiger Zeuge- du- und es war sowieso ihr Wort gegen unseres…” Er seufzte und legte eine Hand auf mein Knie. “ Das Gericht hatte sowieso gedacht, das wir nur Ärger machen wollten. Es half auch nicht viel, das uns auch noch die Reporter verfolgten. Überallhin. Will hätte beinahe einen geschlagen. So hatten sie am Ende etwa an die 200 Stunden gemeinnützige Arbeit.”

 

Ich schüttelte meinen Kopf. “ 200 Stunden?”

 

“ Du warst ja auch zwei Tage im Koma. Es war ernst.”

 

“ Das hat mir auch niemand erzählt” sagte ich nachdenklich.

 

“ Dir was nicht erzählt?” Jonny blinzelte.

“ Naja… was genau in dieser Nacht passiert ist.” Ich wusste nicht ob ich es wirklich wissen wollte, aber ich musste einfach.

 

“ Naja.. Ich meine..” Jonny schluckte schwer. “ Was möchtest du wissen?”

 

“ Wann ist die Polizei angekommen’”

 

Sein Gesichtsausdruck änderte sich. “ Nicht früh genug. Die Typen rannten gerade davon, als sie auftauchten”

 

Jetzt stellte ich die Frage, die ich schon immer wissen wollte. “ Wie schlimm war ich verletzt?”

 

Jonny holte tief Atem und begann dann an seinen Fingern abzuzählen. “ Leichte Gehirnerschütterung, vier gebrochene Rippen, leichte innere Verletzungen, gebrochener linker Wangenknochen, unregelmässige Atmung, ein paar Schnitte und Quetschungen inklusive einem etwa sieben Inch langen und einem Inch tiefen Schnitt an deiner Brust. Ach ja, und ein verstauchtes Handgelenk.”

 

Ich konnte nichts sagen. Die Worte kamen nicht.

 

“ Guys Arm war gebrochen und Wills Nase auch. Sein ganzes Gesicht war zugepflastert.” JOnny grinste, aber wirkte immer noch ein wenig traurig.

 

“ Was ist mit dir?” Ich würgte.

 

Er zuckte mit den Schultern, schaute mir nicht in die Augen. “ Mein Kopf war ein wenig angeschlagen und meine Schulter war verrenkt. Ich musste mich die ganze Zeit übergeben. Das wars “

 

“ Dich übergeben?” Ich blinzelte. “Wieso?”

 

“ Verdammt, wenn ich das wüsste.” murmelte er. “ Können wir.. Naja…nicht darüber reden?”

 

“ Ach… schütze dein Herz, Jonny Buckland” gurrte ich.

 

“ Sei still” lachte er und schlug mir aufs Bein. Ich stürzte rückwärts aufs Bett und streckte meine Arme dramatisch aus.

 

“ Ich bin froh, dass ich hier bald raus bin. Ich kann es kaum erwarten, bis es mir wieder besser geht. Denn wenn ich wieder gesund bin werde ich dich zu einem Fussballspiel herausfordern und ich werde gewinnen” erzählte ich ihm.

 

“ Klingt gut.”

 

Ich streckte meine Hand aus. “ Ich wette mit dir um fünf Pfund, dass ich dich in den ersten zehn Minuten besiegt habe.”

 

“ Deal.” Er nickte und schüttelte meine Hand. “ Ich nehme dich beim Wort, Mr. Martin.”

 

Ich rollte mit den Augen. “ Warum kommst du mich jeden Tag besuchen, hm?”

 

“ Warum wechselst du immer so schnell das Thema?”

 

Ich warf meine Hände in die Luft. “ Weil ich es will! Wen kümmerts? Warum fragst du mich so viele blöde Fragen?”

 

“ Weil ich es will” scherzte er. Ich kickte ihn.

 

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Es war nicht lange- fühlte sich aber wie eine Ewigkeit an- als ich die Karten von der Wand nahm, die Blumen wegwarf und in Jonnys Wohnung zog. Für zwei Wochen Extra Erholung. Ich fuhr mit ihm und er regte sich unnötig über mich auf. Er war wie eine Mutter.

 

“ Ist dir kalt? Soll ich dir meine Jacke geben? Es hat sonst eine Decke auf dem Rücksitz.”

 

“ Nein. Schon in Ordnung.” sagte ich und liess mich vorsichtig auf den Sitz nieder. Obwohl ich froh war mit Jonny zu sein, meine Rippen schmerzten und fühlte mich unhöflich. Ich brachte ein “Dankeschön” zustande. Danach war ich aber still.

 

Wir fuhren schon eine Weile. Ich schaute gelangweilt die weissen, vorbeiflitzenden Schatten an. Jonny langte nach hinten, griff nach einer CD und schob sie in den CD-Player. “Pink Moon” von Nick Drake erklang. Das beruhigte mich und ich sank tiefer in den Sitz hinein.

 

“ Hast du Hunger?” fragte Jonny.

 

“ Du?”

 

Jonny schaute mich an.” Wenn ich ja sagen würde, würdest du es auch.. Oder?”

 

Ich kicherte. “Ich bin nicht so hungrig. Aber ich könnte trotzdem etwas essen. Ich meine, verdammt, ich könnte IMMER etwas essen.”

 

“ Christopher Martin, der lebende Alptraum” scherzte er.

 

“ Sehr witzig, Buckland.” Ich lächelte aus dem Fenster raus.

 

“ Möchtest du anhalten’”

 

“ Klar.” Ich legte meine Füsse aufs Armaturenbrett. “ Und wo?”

 

“ Nimm deine verdammten Füsse vom Brett” schimpfte er, aber ich streckte meine Zunge raus.

 

Er schaute mich an, spöttisch ärgerlich, aber plötzlich änderte sich etwas in seinem Blick. Sein Lächeln wurde ernst. Er verlangsamte das Auto. Ich vergrub mich unbequem in meinem Sitz.

 

“ Schau, ich hab meine Füsse runtergenommen. Ganz ruhig.” sagte ich, lachte dabei nervös. Er schien mich einen Moment nicht zu hören, schien nur dazusitzen. “ Pink Moon” spielte immer noch leise im Hintergrund, wie der Soundtrack zu einem dramatischen Film.

 

Dann drehte er sein Gesicht zu mir, sein Ausdruck war Angst und Konflikt in seinen Augen. Er schloss sie, holte tief Luft, und sagte langsam und klar:

 

“ Chris… Ich liebe dich.”

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KAPITEL 11

 

AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Ich drehte mein Gesicht zu ihm, fühlte mich erschrocken und mit mir selber kämpfend. Ich wandte meinen Blick nach unten, um nicht in Chris’ Gesicht zu sehen, wenn ich meine Worte so mutig wie möglich sprach.

 

“ Chris… Ich liebe dich.”

 

“ W… Was?” Da lag ein sichtlicher Schock in seiner Stimme.

 

“ Ich liebe dich” wiederholte ich, diesesmal ein wenig ängstlicher. Hier war das grosse Ende. Ich konnte es fühlen. Chris würde lachen, angewidert sein oder… naja, er war zwar nicht gerade in dem Zustand als ob er aus dem Auto flüchte wollte und die Tür zuknallen würde, aber das konnte ein Gutes oder Schlechtes Zeichen sein, wie immer man es auch betrachtete. Ich öffnete langsam ein Auge als mein Geständnis hinter mir lag.

 

Chris’ geschwungene Lippen waren geschürzt und sein Blick war ein wenig gedankenverloren, und doch lächelte er. Ich versuchte den Ausdruck in seinen Augen zu lesen, doch alles was ich sah war die Farbe seiner blauen Augen. “ Ich weiss das, Buckland” , sagte er.

 

Ich blinzelte. Warte… er wusste es? “ Du… ?”

 

Chris lächelte sein geheimnisvolles Lächeln. “ Na klar, habe ich das gewusst… “ Dann machte er eine Pause, sein Blick erwärmte sich. Die Sonne schien auf seine Arme, und liess seine Augen strahlen. “ Weil ich dich nämlich auch liebe.”

 

OH.

 

“ Du liebst mich auch?” fragte ich ungläubisch. Besser konnte er mich nicht verarschen.

 

“ Natürlich tu ich das… warum sollte ich nicht?” Plötzlich schien er seine Worte nochmals zu erwägen. “ Ich meine, es war aber nie so als ob ich etwas mit meinen Freunden anfangen würde. Vorallem nicht mit Männern. Aber du bist Jonny, und da kann ich einfach nicht anders.”

 

Ich lachte und mein ganzer Körper wurde total entspannt. Mein Herz hörte auf zu hämmern. Ich hatte ihm mein Geheimnis erzählt, und er hatte es akzeptiert. Meine Erleichterung war so gross, das ich die Worte die danach aus meinem Mund kamen nicht mehr kontrollieren konnte.

 

“ Wie wäre es dann mit einem Kuss?”

 

Chris schaute mich an, die Augen geweitet. Dann grinste er mich an und nahm mein Kinn in seine Finger. “ Aber ohne Zunge” warnte er mich. Dann langsam, langsam kamen wir uns näher. Der Song hatte aufgehört, und da war eine Sekunde, in der wir nur unseren Atem hörten. Dann als der nächste Song begann, berührten sich unsere Lippen.

 

Es war, als ob jemand ein Streichholz entzündet hatte. Mein ganzer Körper wurde warm und meine Lippen kribbelten als ich seine berührte. Er schmeckte so rein. Kein Geschmack von Zigaretten oder Alkohol. Er schmeckte so unschuldig wie er aussah.

 

Meine Hand ( pass besser auf) wanderte nach oben und streichelte Chris’ Wange. Als sie langsam nach unten ging. Und obwohl ich sanft über seinen Nacken und seine Schultern strich, schreckte er zurück. Unsere Gesichter waten nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Und ich wollte ihn so dringend einfach noch mal küssen… Ich gab ihm einen kurzen Stoss, sanft und zärtlich. Chris schaute mich wie ein nervöses Kind.

 

“ Ich…ah… ich habe vorher noch nie einen Mann geküsst.” murmelte er.

 

“ Ich auch nicht” sagte ich. Was eine kleine Lüge war- einmal, auf einer Party, hatte ich jemanden namens Brian geküsst. Wir waren beide total zugedröhnt. Aber Chris brauchte das nicht zu wissen.

 

Er lächelte flüchtig, sein Blick suchte mich. Er schaute verwirrt und ein wenig erschreckt aus.

 

“ Was ist los?” fragte ich freundlich.

 

Chris hob seine Brauen, sein Blick wanderte auf seine Hände, die gefaltet in seinem Schoss lagen. “ Ich… es ist nur… “ Er holte Atem. “ Sind wir… du weißt schon… eine Einzelheit?”

 

Ich lachte und lehnte mich nach vorne, für einen weitern vorsichtigen Kuss. Als wir uns berührten, hätte ich schwören können, das Chris an meiner Oberlippe sog wie ein kleines Kätzchen. ( Notiz von Tina:Miauuuuu) Ich kicherte.” Ich wünschte wir wären das… “

 

“ Aber wir müssen es für uns behalten.” unterbrach er uns, sein Gesicht erötete, war aber ernst.

 

“ Wieso?” sagte ich kopfschüttelnd.

 

“ Die Medien hätten eine schöne Schlacht um uns.”

 

“ Und dann?”

 

“ Und “dann”” rief Chris schrill. “ Wir wären überall in den Magazinen und würden die ganze verdammte Zeit von der Presse belagert werden!!”

 

“ Ich dachte du kümmerst dich nicht um solche Dinge.” sagte ich, ich fühlte mich bitter. Ich wusste das er zu gut war um wahr zu sein. Ich hatte Chris zwar… aber er schämte sich für uns.

 

“ Tu ich nicht” versicherte er mir. “ Das ist doch alles Scheisse, ich kümmere mich nicht. Ich möchte nur mit dir glücklich sein, und dabei nicht von Fotografen verfolgt werden. Ich möchte nicht als schwuler “Boy-Band” Sänger bekannt sein in der UK bekannt sein… “Er machte ein verletztes Gesicht. “ Ich möchte nicht etwas sein, das ich nicht bin.”

 

“ Etwas das du nicht bist?”

 

“ Ich bin nicht schwul, Jonny!” sagte er hitzig. “ Ich meine, ich hätte es nie gedacht… dass ich… naja… beides bin. Ich denke ich bin einfach nur… verliebt in dich.”

 

Ich streckte meine Hand nach vorne und berührte Oberlippe. Er war warm und zitterte ein wenig, und er lehnte an meine Berührung an. “ Hör mal, Chris, ich weiss was du sagst… aber früher oder später würde es sowieso ans Licht kommen. Es würde uns innerlich zerstören.”

 

Chris schüttelte seinen Kopf, er schloss langsam seine Augen. Plötzlich schaute er so “weittragend” aus. “ Oh Jonny… Ich möchte noch nicht daran denken. Wir haben zwei Wochen Nichts hinter uns. Ich habe dich gerade das erste Mal geküsst. (Notiz von Tina: jooo klar Chris,,,s’erschte mol küsst..i seg nur eis; din TRAUM…hmmmm) Wieso reden wir jetzt schon über die Zukunft.?” Er öffnete seine Augen und schaute mich flehend an.

 

Ich seufzte und nickte. “ Du hast Recht… aber wir können es nicht ewig hinausschieben.”

 

“ Wir können es probieren” sagte er frech.

 

Ich küsste ihn schnell auf die Seite seines Mundes, dann drehte ich mich weg und startete den Wagen.

“ Komm schon, Martin… Lass uns etwas essen gehen.”

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Mit Chris zu sein, war wie ein Stück Himmel. Wir waren schon vorher oft zusammen Essen gegangen, aber da hing immer die Freundschaft zwischen uns. Aber jetzt fing er oft meinen Blick auf und lächelte schüchtern, und ich liess ihn auch ein- oder zweimal von meiner Gabel essen. Chris hatte den wundervollsten Mund. Sein Lächeln liess mich schmelzen, so clichémässig das auch klingen wollte.

 

Wir begaben uns in Vinyl- Sitze, in einem etwas, abseits gelegenen Diner. Die Wände waren voller Fotografien. Chris’ Blick wanderte über die Wände, er betrachtete jedes Gesicht auf den Fotos. Wunderte sich , was sie wohl bedeuteten. Auf einem Bild war ein High School Rugby Team. Ein Anderes Bild zeige wahrscheinlich den Besitzer des Diners. Er verlor das Interesse für den Rest.

 

Ich konnte mich nicht erinnern was wir bestellt hatten; aber das war nicht das Wichtigste, was momentan in meinen Gedanken war. Ich war erfüllt, das zeigte sich in einem Grinsen in meinem Gesicht. Chris schaute mich kurz verwundert an, rührte in seiner Coke, und lächelte zurück. Ich hatte keine Ahnung was ich sagen sollte, aber ich hatte das Gefühl, dass das nicht nötig war. Es fühlte sich an wie… es fühlte sich an wie ein Traum. Ein wundervoller Traum.

 

Ich erinnerte mich, wie wir lachten und redeten als nichts geändert hatte. Ich erinnere mich, wie ich meine Hand auf seine legte und sie streichelte- ich erinnere mich, dass ich das zuvor mit einem Mädchen gemacht hatte, in die ich verliebt war. Da war ich etwa Siebzehn. Schlussendlich, ging sie. Aber ich wusste das Chris bleiben würde. Ich sah es in seinen Augen.

 

Ich erinnere mich wie ich Chris einen Witz erzählt habe, und er gerade einen Schluck getrunken hatte. Er musste sich die Hand vor den Mund halten ( Notiz von Tina; Jonny! Mach nie Witz wenn öbert am trinke isch… tztzt) Ich erinnerte mich, wie ich dachte: wenn ich ein Mädchen wäre, Chris wäre der Typ Mann, denn ich nach Hause zu meiner Mutter bringen würde.

 

Ich erinnere mich, wie ich aufstand und bezahlte. Chris zog seine Jacke an.

 

Ich erinnere mich, wie ich ihm ins Auto zurückhalf. Er biss sich auf die Lippen, seine Augenbrauen waren verengt vor Schmerz, er drückte meine Hand so fest, das sie immer noch weh tat, als wir vor meinem Apartment standen.

 

Ich erinnere mich, wie ich ihm auch wieder raushalf. Er legte seinen Arm um meine Schultern und wir machten uns auf den schmerzvollen Weg die Treppe rauf. Vor der Tür suchte ich meine Schlüssel. Als ich sie gefunden hatte, schloss ich auf. Ich öffnete sie. Wir liefen zusammen ins Schlafzimmer und er setze sich nieder, mit zitternden Lippen.

 

Ich erinnere mich, wie ich vor ihm kniete, eine Hand auf seinem Bein- verwundert über meinen Mut- und ihn einfach nur anschaute. Er öffnete seine Augen und blickte mich an. Sein Atem verlangsamte sich. Sein Gesicht wurde entspannt.

 

Wenn es für Schönheit eine Definiton gäbe, dann wäre es wohl das Gefühl, Chris’ Körper in meinen Armen zu fühlen. Nicht das erste Mal, das ich so nahe bei ihm lag, mein Kinn auf seiner Schulter- es schien so perfekt zu sein, als ob es vorbestimmt war- aber diesmal tat ich es mit Erlaubnis. Mit seiner Erlaubnis. Das erste Mal in unserem Leben als wahre Verliebte.

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KAPITEL 12

 

Es regnete wieder, wie die letzten sechs Tage schon. Chris liess sich auf dem Fensterbrett nieder, beobachtete die Welt draußen., mit wachsamen Augen. Der Himmel war verschwommen und bleich und die Stimmung im Haus war auch nicht besser.

 

Gerade mal vor zwölf Tagen, hatten Chris und Jonny sich ihre Gefühle für einander zugegeben. Sie hatten sich geküsst, und es war wie im Himmel. Chris war jede Minute besorgt, küsste und liebkoste wann immer konnte- aber ihre zwei Wochen in Jonny’s Apartment waren schon beinahe um. Zwei Tage noch, und alles um sie herum würde wieder hektisch werden, wenn sie ihre Tour fortsetzten, wieder Interviews gaben und ihr zweites Album promoteten- sich wieder der Öffentlichkeit stellten. Aber nicht dieser Teil der “Zuschaustellung” war schlimm: Chris liebte es live zu performen, obwohl es ihn nervös machte, und Interviews waren erträglich solange die anderen Drei dabei waren.

 

Aber… etwas war irgendwie trotzdem anders. Chris hatte Angst wieder die “alten Wege” einzuschlagen. Der Gedanke auf die Bühne zu gehen, den Reportern gegenüberzutreten, die ihm Fragen über seine Verletzungen, über die schreckliche Nacht stellten, machten ihn krank. Für ihn schien es ungewöhnlich, einen solchen Tag zu überleben.

 

Und jetzt hatte er auch noch eine weitere Bürde: Jonny. Naja, es war nicht Jonny selber, der die Bürde war; es war er selber. Jetzt wo die beiden verliebt waren- “ ein Einzelstück”- es gab keine Minute, in der er nicht an ihn dachte. Selbst wenn sie getrennt waren, sehnte er sich danach seine Hand zu halten, den Kopf aus seine Schulter zu halten und seine Lippen zu küssen. Etwas an Jonny machte ihn süchtig- wenn du einmal angefangen hast, gab es kein Zurück mehr. Dieser Punkt war gewöhnlich schnell erreicht.

 

Chris liebste Zeit am Tag war der der spätere Morgen, wenn die Wohnung immer noch still war, die Farbe des Himmels von Honig zu Gold wechselte und die Luft ruhig und warm war. Dann war er in der Küche und machte sich Kaffee. Manchmal wenn er früher aufwachte als sonst- Jonny stand nie vor zehn auf und Chris gewohnte Zeit war acht- ass er Cerealien und malte den Leuten in der Zeitung Bärte auf. (Notiz von Tina: hmmm…da kennet mir doch vo irgendwo…haha) Obwohl Chris natürlich auch seine eigene Wohnung hatte, voll gestopft mit seinen Sachen, fühlte sich Jonny’s Wohnung immer mehr wie sein Zuhause an. Jonny hielt sich fest an “was mein ist, ist auch dein”, und er vertraute Chris.

 

Als die letzten Tage seiner zwei Wochen anbrachen, war das wieder zur Routine kommen nicht Chris’ einzige Sorge. Er dachte darüber nach mit Jonny zusammenzuziehen. Es war eine schwierige Frage, mit allen möglichen Konsequenzen. Chris wollte ihre Beziehung geheim halten, aber das sie zusammenlebten warf sicher viele Fragen auf ( vor allem weil auch Guy und Will eine eigene Wohnung hatte- für was lebten sie dann zusammen?) Und dann kam noch dazu, dass sie gerade mal “vierzehn Tage zusammenlebten und noch keinen Sex gehabt hatten. Die Aussicht auf die Zukunft machte ihnen Angst.

 

Sie lagen, wie auch immer, zusammen im Bett. Ihre Körper berührten sich. Chris kannte die Textur von Jonny’s Haut, kannte die Kurven der Muskeln in seinen Armen, die sanfte Nässe in seinem Mund. Er kannte alle seine “empfindlichen Stellen”.(Notiz von Tina; hmm…was da wohl alles isch?,,,) Er kannte auch seine kitzeligen Stellen. Er kannte auch die Narbe die er hatte, als er mit elf Jahren vom Dach gefallen ist. ( Notiz von Tina; am boden roll vor lachen) Und er wusste auch, das er Grübchen bekam wenn er lachte- aber nur wenn es ein aufrichtiges Lächeln war. Chris kannte jedes Gefühl von Jonny, und das fühlte sich gut an. Und er wusste das Jonny dasselbe fühlte.

 

Der Regen prasselte gegen die Scheibe und Chris blinzelte, fasste wieder klaren Gedanken. Er schaute auf seine Hände und auf die Gitarre, die unberührt am Boden lag, er dachte nach- sein Ziel war es einen Song zu schreiben bevor sie wieder auf Tour gingen. Etwas um die Wut der Fans zu besänftigen. Aber nichts kam. Er kämpfte mit den Worten- Sätze, Melodien gingen durch seinen Kopf, aber egal was er versuchte, sie entglitten ihm immer wieder. Es war frustrierend. Es machte ihn krank und ruhelos. Er musste etwas rausbringen. Er musste etwas tun… irgendwas. Er musste sich bewegen.

 

Das Geräusch von Jonny’s Schritten in einem entfernten Raum, machten in ihm den Drang breit zu ihm zu gehen. Aber er wartete trotzdem und streckte sich aus wie eine wartende Königin. Er hörte wie die Schritte stoppten und dann wieder einsetzten, er dachte das Jonny im Soundroom sein musste, wo er die Instrumente stimmte. Der tiefe Ton einer Gitarre bestätigte seine Vermutung. Die Schritte gingen weiter, diesesmal näher beim Wohnzimmer, in dem Chris ungeduldig wartete.

 

Kalter Wind strich die Fensterscheibe entlang. Chris legte seine Handfläche auf das zerbrechliche Glas, seufzte und beobachtete die Welt, wie sich leise und träge bewegte. Die winzigen Autos da unten, und die noch winzigeren Leute- eine Kolonie von Ameisen in ihren teuren Ameisen-Autos, so sah es für Chris vom achten Stock her aus. Er schaute weg und sah Jonny leise auf der anderen Seite des Raumes stehen, der ihn beobachtete.

 

“ Was willst du, Buckland” sagte Chris in spöttisch-irritiertem Ton

 

Jonny’s Mund formte sich zu einem Grinsen. “ Rate doch mal” sagte er, und ging absichtlich einige Schritte auf Chris zu.

 

Dieser zog ihn in der Mitte des Raumes an sich, sie verschlossen ihre Lippen, die Körper nahe beieinander. Jonny’s Hände strichen über Chris’ Rücken, er fühlte die Wärme seiner Haut. Sie wichen voreinander zurück, fielen dann wieder übereinander her. Ihre Zungen berührten sich vorsichtig.

 

Chris zog Jonny’s Kopf näher zu sich heran. Da war kein Zentimeter Raum mehr zwischen ihren Körpern, die Leidenschaft sprühte bis sie zu einem unaufhaltbaren Feuer wurde.

 

Chris’ Shirt war innert Sekunden weg, über seinen Kopf gezogen, in eine entfernte Ecke geworfen. Jonny’s Finger arbeiteten blind an den Knöpfen von Chris’ Hose, er streichelte seine Hüften. Das kitzelige Gefühl von Jonny’s Shirt auf seiner Haut brachte ihn zum Lachen, während er ihn leidenschaftlich küsste. Jonny war fertig mit dem Öffnen von Chris’ Hose.

 

Chris zog ungeduldig an Jonny’s Shirt. Er stöhnte vor Ungeduld und verteilte zärtliche Küsse auf Jonny’s Hals. Jonny sein Shirt auszog kippte er leicht nach vorne (Notiz von Tina: z’viel gsoffe, oder wa??) Er legte sich auf Chris. Dieser lag wartend und bereit da. Er fuhr mit der Zunge über seinen Körper, streichelte mit seinen Händen die Stellen die er schon tausende Male zuvor entdeckt hatte. Chris warf seinen Kopf zurück und atmete lustvoll ein und aus, eine Bewegung die gar nicht zu den sanften Bewegungen seiner Hüften passte.

 

Jonny lachte in sich hinein, sein warmer Atem liess Chris scharf einatmen. Er lächelte verschlagen. Er fing an Chris’ Brust zu küssen und streichelte die andere auf eine Art, wo er wusste das diese Chris zum Stöhnen bringen und er um mehr betteln würde. Während er dies tat, streckte Chris seine Arme aus und fuhr Jonny’s Rücken entlang, atemlose, verführerische Bitten kamen von seinen Lippen.

 

Jonny brachte ihn mit einem Kuss zum Schweigen, ihre Hände wanderten suchend über ihre Körper. Sie pressten sich fester aneinander; Heute und Morgen war vergessen, als die Leidenschaft ihre Körper erfüllte und ihre Kräfte aufbrauchte. Chris’ Lippen waren nass und weich, warm und einladend, Jonny konnte nicht genug kriegen. Chris öffnete leicht seine Beine, als Jonny’s Hand ( Notiz von Tina; Diese Szene ist für Leute unter 18 Jahren nicht geeignet) naja..wieder zurück…Chris öffnete leicht seine Beine, als Jonny’s Hand die Erektion in Chris’ Hose sanft berührte.

 

Plötzlich saß Chris aufrecht auf und hielt eine Hand hoch. Obwohl er schwer atmete und seine Wangen rot waren, war sein Gesicht ernst. Jonny dachte es wäre komisch geworden, abgesehen davon das seine Hose jetzt etwas “eng” wurde, und sie wurde noch enger, als er beobachtete wie sich Chris’ Brust hob und senkte.

 

“Ahm… Martin?”

 

Chris spitzte nachdenklich seine Lippen, dann räusperte er sich. “ Ich kann nicht weitermachen bis… naja… bis wir das geklärt haben.”

 

Jonny blinzelte langsam. “ Bis was geklärt ist.”

 

“ Naja, ich meine… ich… ich möchte es nicht überstürzen… ahm… mit” Chris machte ein erstauntes Gesicht, rieb sich frustriert die Schläfe. “ Es war schön und alles, aber ich möchte… Ich kann bloss nicht… Ich meine, morgen wird alles vorbei sein, wieder zum Normalen zurückkehren- aber ich möchte nicht normal sein! Ich möchte nicht mehr wie früher sein! Ich möchte… “ Er machte eine Pause, atmete zitternd ein und zeigte mit der Hand in Jonny’s Zimmer herum. “ Ich möchte das hier sein.”

 

Jonny’s Augenbrauen erhoben sich. “ Das?” fragte er ungläubig. Er suchte nach einer Verarsche. “ Du machst Witze.”

 

Es war offensichtlich das Jonny nicht das sah, was Chris sah. Chris sah ein Zuhause; er sah Sicherheit und Liebe. Er sah ein Sofa, in dem er in Jonny’s Armen liegen konnte nach einem Gig. Er sah den Tisch, bei dem er essen würde und er würde sogar kochen., solange Jonny abräumte. Er sah ein Bett, in dem er nahe bei Jonny schlafen konnte. Und er sah sogar einen Platz an der Wand für sein Piano.

 

“ Jonny…” Chris holte noch einmal Atem, er kaute kurz auf seiner Lippe bevor er weiterfuhr.” Ich möchte mit dir zusammenleben.”

 

Es brauchte einen Moment, aber die Tränen die Chris so lange zurückgehalten hatte, kamen. Jonny begann breit zu lächeln, er drückte Chris auf den Boden und knutschte seinen Hals ab und lachte glücklich.

 

“ Meinst du das ernst?” fragte er atemlos, Chris’ Gesicht in seinen Händen. “ Du möchtest wirklich hier bleiben?”

 

Chris nickte, schniefte und lachte. Er wischte sich die Tränen weg, die auf seiner Wange waren. “ Tut mit leid, das ich so reagiere. “ lachte er. “ Ich meine, ich bin wirklich froh… ich dachte du würdest nein sagen.”

 

Jonny lächelte, zuerst sanft, dann breiter. “ Dich verleugnen? Niemals. Ich denke nicht das ich das könnte, selbst wenn ich es wollte.”

 

“ Gut zu wissen” Chris lachte und küsste Jonny.” Ich denke morgen werde ich meine Sachen holen, oder? Und dann… ich weiss nicht. Dann koche ich oder irgendwas, zur Feier.”

 

Jonny’s Lächeln wurde verschlagen als seine blauen Augen den Blick Richtung Schlafzimmertür machten. “ Hmm… was würdest du sagen, wenn wir früher anfangen würden zu feiern.”

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KAPITEL 13

 

AUS GUY’S SICHT ERZÄHLT (WOOW ER KUNT JO AU EMOL VOR..LOOL)

 

Wir waren bereit wieder auf Tour zu gehen, nach zwei Wochen Verzögerung. Unser Label war wütend wegen unsere Mätzchen, Phil nicht weniger, aber die Boulevardblätter waren wie Schweine im Dreck. Ich erinnere mich an Headlines wie “ Alkoholabhängiger Frontmann von Coldplay lässt seine Wut an Zivilisten aus”, “Gitarrist von Coldplay unfähig seine Gewalt zu verstecken”- aber ehrlich gesagt musste ich darüber eher lachen. Unsere “immerwährenden Bilder” waren zerstört, und ich denke wir waren ein wenig erleichtert.

 

Bestimmt würden uns die Reporter über unsere “überaus gewaltsame Art” weiter nerven, aber das war besser ewig darauf zu achten was wir sagten oder taten, als irgendwelche Erwartungen zu haben. Das Beste was Chris jemals in einem Interview vor ein oder zwei Jahren gesagt hatte war: Die ganze Musikindustrie ist Scheisse. Es geht nicht mehr um die Musik, es geht nur noch um Marketing, Aussehen, Transistion., den Jackpot zu finden um ganz nach oben in die Charts zu kommen und sich darin so lange wie möglich zu halten. Das ist gut, solange du dich nicht von deinem Image wegdrehst. Diejenigen die sich änderten, für sich “selbst” änderten und nicht für irgendeinen Vertrag, waren zu bewundern. Das sind diejenigen, die die Musik “machten”, und nicht “anfertigen”. Das waren die, die ich beneide. Die wir alle beneiden.

 

Und so versuchte Chris sich immer wieder neu als “sich” zu erfinden, allerdings beneidete ich ihn dafür nicht. Chris änderte sich, seine alte Hülle, die schon zu viel Schmerz ertragen hatte. Sein altes Ich war sensibel, dünnhäutig, schön im Inneren und im Äusseren- aber alt. Viel älter als er wirklich war, und es machte ihn sogar hundert Jahre älter als in jener Nacht ein Billardstock seine Rippen gebrochen hatte. Tausende Jahre älter als er schwach, bleich und dem Tode nahe im Krankenhaus lag. Jonny an seiner Seite, aschgrau im Gesicht. Die Zwei hatten viele Dinge in jener Nacht durchgemacht., aber an alles was sie denken konnten, waren sie selber. Diese besondere Bindung die sie hatten, machte mich ein wenig eifersüchtig, aber ich denke das war unvermeidlich. Ich, zum Beispiel, war froh Chris lachen zu sehen, als er mit Jonny vorbeilief, während sie sich gegenseitig schmutzige Witze an den Kopf warfen. Ich weiss das ihre Freundschaft für immer halten wird. Ich fühle es.

 

Vorallem jetzt, so schien es. Die zwei Wochen die Chris in Jonnys Wohnung verbracht hatte, haben beiden gut getan- Chris’ Wangen hatten wieder Farbe und obwohl es noch nicht lange her war, als er endlich wieder lachen konnte ohne das ihm die Rippen wehtaten, hatten die beiden eine offensichtlich gute Zeit. ( Notiz von Tina: oooo jooo Guy…da ka meh wohl sege…e “gueti” zit..hmm,,wieso echt??) Ich habe gesehen das einige Boulevardblätter auch ein Thema daraus machte, Jonny und Chris, beim Dinner, ohne Will und macht- das musste einfach ein Skandal sein!! Ein Freund von mir brachte mit ein Exemplar einer Ausgabe, auf dem Chris und Jonny zusammen drauf waren. Ich zeigte es Chris, erwartete das er Jonny damit foppen würde, irgendeinen Witz mache würde das sie hier vorhatten nach Hawaii zu gehen um eine Perry Como Coverband zu machen. Aber er schaute leicht nervös, verärgert und schuldig aus- wie ein Kind das dabei erwischt wurde, wie es Nachbars Katze ärgerte.

 

“ Wirf es weg” sagte er, schüttelte seinen Kopf angewidert. “ Wirf es JETZT weg!!”

 

Ich tat dies auch, stellte auch keine Fragen. Ich wollte es Jonny sagen, wollte seine Reaktion sehen, aber ich wusste, dass ich mich dann einmischen würde und Chris sicher verdammt sauer auf mich wäre. So beließ ich es dabei, sagte nichts mehr.

 

Aber jetzt waren wir wieder zurück, bereit wieder aufzutreten- obwohl Chris’ zeitweiliger Unfähigkeit- und Chris selber war ängstlich und reizbar. Wir begannen wieder da wo wir aufgehört hatten, abgesehen von vier Daten in Amerika. So hatten schlussendlich fünfzehn Gigs zu geben, dazwischen hatten wir sechs Monate Pause um am dritten Album zu arbeiten. Was nachher kommen würde, wussten wir nicht: Chris schien nicht bereit 2002 hinter sich zu lassen, und 2003 zu beginnen. Und ich denke alle von uns werden froh sein wenn die Tour endlich vorbei ist, wir endlich wieder unser normales Leben leben könne, und beginnen konnten diese schreckliche Nacht zu vergessen.

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“ Wie spät ist es?”

 

Chris gähnte herzhaft, sein Kiefer knackte. Er rieb seinen Hinterkopf mit der Handfläche und schaute auf die Uhr. “ Fast neun. Was willst du?”

 

Ich zappelte ein wenig, wunderte mich ob meine Anwesenheit unerwünscht wäre. “ Ahm… Naja… Ich habe gehört das du dein Zeug packst, um zu Jonny zu ziehen.”

 

Chris schaute den Bruchteil einer Sekunde schuldig aus. “ Von woher weißt du das?”

 

Meine ungehaltene Wut meldete sich. “ Von einem Magazin, Chris.” Ein verdammtes Magazin. Plötzlich ist die Presse die Erste die alles erfährt, und Will und ich nicht? Etwas hier war falsch, und ich war entschlossen das Richtige herauszufinden.

 

Chris schüttelte seinen Kopf, nicht gerade überzeugend. “ Naja… ist ‘ne lange Geschichte, Guy.”

 

Meine Wut wurde richtig intensiv, sodass ich in den Türrahmen schlug, an dem ich lehnte, und stoppte vor dem Bett. Chris saß auf, seine Augen waren niedergeschlagen. “ Eine lange Geschichte” schrie ich. “Das nennst du eine verdammte Entschuldigung??!! Deine verdammte Entschuldigung dafür, das du es hinausgeschoben hast?” Ich hörte auf, mein Herz brach beinahe als Chris leicht vor mir zurückwich. “ Ich weiss das du eine harte Zeit hattest… aber die Art wie du dich gibst… das bist nicht du. Und das tut weh.”

 

Chris schwang seine Beine vom Bett und stellte sich vor mich hin, beinahe einen Kopf größer, aber seine Anwesenheit wirkte trotzdem klein. Der Ausdruck seiner Augen war krank, gepeinigt, ängstlich. “ Guy… ich…” Er stoppte. “ Setz dich hin.”

 

Ich tat, meine Wut flaute ab und wurde durch kindische Ängstlichkeit ersetzt. Chris war selten, sogar nie, so ernst. Da war etwas in seiner Stimme, das mich verwirrte… Scham? Gebrochener Stolz?

 

Chris setzte sich gegenüber von mir hin, das Kinn in seinen Händen gestützt, atmete ein und aus. Sein Gesicht war müde und von Frustration gezeichnet. Dann setzte er sich gerade hin, und schaute mich direkt an. “ Jonny und ich ziehen zusammen, weil die zwei Wochen die ich mit ihm verbracht habe… die waren… naja, ich meine… “

 

Eine lange Stille folgte, in der Chris auf den Boden schaute, auf seiner Unterlippe biss. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Die Titelbilder der Magazine gingen mir durch den Kopf- verschwommene, schlechte Bilder, die sie zeigte, wie sie zusammen liefen, schlechte Bilder auf denen man nicht einmal ihre Gesichter richtig erkennen konnte. Waren die Gerüchte wahr? Hatten die Klatschblätter ausnahmsweise mal recht?

 

“ Guy” fing Chris wieder sanft an. “ Du weißt, das wir als Band, und alle ziemlich gut kennen, oder? Du weißt, das Will zum Beispiel manchmal im Schlaf redet, ich esse keine Pilze, Jonny den Leuten beim Autofahren immer den Weg abschneidet und das du ausflippst wenn jemand seine Socken herumliegen lässt. Du verstehst doch was ich meine, oder?”

 

Ich schaute heimlich in seinem Zimmer herum, ob irgendjemand wieder seine Socken liegengelassen hatte. Als ich keine fand, nickte ich, wunderte mich was diese “Lektion” bringen sollte.

 

“ Naja, ich meine… Da gab es Dinge über Jonny, die ich noch nicht wusste (Notiz von Tina: z.B das er verdammt guet im bett isch,hmmm..gell Chris…gell Chris) Und diese zwei Wochen mit ihm haben mir gezeigt, das er ganz anders ist als ich gedacht habe. Es lässt mich Dinge in einem anderen Licht sehen.”

 

Ich nickte wieder. Um… was ging es jetzt bitte?

 

“ Und ich denke das die Person die er war, schlimm ist… ich wollte ihn einfach nur besser kennen lernen, weil wir uns im Laufe des letzten Monats nahe gekommen sind… okay- vielleicht mehr als einen Monat, oder? Mehr eineinhalb Monate. So, der Grund wieso ich das sage ist… ich fühle mich als ob ich mit ihm Dinge werten muss. So in der Art.”

 

Ich fing an zu nicken, als ich merkte das Chris zu zittern begonnen hatte- die Hände die er auf den Schoss gelegt hatte, knetete er nervös., seine Stimme bebte.

 

“ Zur Hölle, Guy… Jonny und ich… Ich ziehe mit ihm zusammen weil… Scheisse- es ist weil ich ihn liebe.”

 

Verständlicherweise brauchte das einen Moment bis ich es registrierte. Ich schaute ihn leer an. Natürlich, liebte er Jonny; die Zwei waren beste Freunde. Aber diese Scham, diese Abneigung, diese Unannehmlichkeit in seiner Stimme… Ich rechnete Zwei und Zwei zusammen um eine zerstörerische Vier zu machen.

 

Die Klatschblätter “hatten” recht.

 

Ich stieß meinen Stuhl zurück, er kratzte laut über den Boden. Chris schrak wieder zurück. Ich wusste, das er das Schlimmste erwartete.

 

“ Du meinst… ihr… seid ein Paar?” fragte ich, meine Stimme war schrill und tat mir selber in den Ohren weh. Das Gesicht immer noch nach unten gewandt, nickte Chris. Er klammerte seine Hände so fest ineinander, das seine Knöchel weiss hervortraten. Ich hätte seine Hände am Liebsten in meine genommen, ihn gehalten bis er sich beruhigt hätte, ihm sagen das egal was passieren würde, ich immer für ihn da sei und ich ihn immer akzeptieren würde. Ich versuchte mir vorzustellen, wie Chris und Jonny miteinander ausgingen, zum Dinner. Danach würden sie vielleicht an den Strand spazieren gehen- Jonny war dieser Typ Mann- dann würden sie in seine ordentliche Wohnung zurückkehren, würden Liebe auf seinem Bett machen (Notiz von Tina:*räusper*… chrm chrm..Guy? Hallo? Wo lebsch du eigenli?)Dann würden sie miteinander einschlafen. Wenn sie aufstehen, würde Chris Frühstück machen, Jonny auf dem Küchentisch sitzen und Gitarre spielen. Sie würden “Ich liebe dich” sagen, wenn sie sich küssten.

 

Ich räusperte mich, ich versuchte das Gefühl, das sich in mir ausbreitete zu definieren. Keine Wut, keine kein Ekel, kein Unglauben…

 

Eifersucht.

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KAPITEL 14

 

AUS JONNYS SICHT ERZÄHLT

 

Unser erster Auftritt nachdem wir wieder zurück waren, war für uns alle nervenaufreibend. Es war bisher unser grösstes Publikum; und da waren immer noch Massen draußen, die noch hineinwollten. Jeder ging damit anders um: Guy kicherte vor Aufregung, Will zeige trockenen Sarkasmus, ich selber war still, und Chris… ja… und Chris flippte aus, und das war keine Ausnahme. Definitiv keine Ausnahme.

 

Eine halbe Stunde bevor der Vorhang aufging, lehnte ich an der feuchten Wand, dachte nach, als Chris zu mir hingejagt kam. Ehrlich, das einzig passende Wort dafür ist: hingejagt. Sein Körper war angespannt, er zitterte richtig, er hatte Tränen in den Augen. Seine Stimme war heiser.

 

“ Jon” stöhnte er und fiel in meine Arme. “ Ich weiss nicht ob ich das tun kann.”

 

Mein Herz schlug in der Brust, ich legte meine Hände um seine dünnen Hüften. Ich versuchte ihm alle Liebe in dieser Umarmung zu zeigen, aber Chris schien dafür nicht gerade empfänglich zu sein, denn in einem Moment auf den anderen musste ich ihn schon wieder loslassen.

 

“ Sicher kannst du das” sagte ich ihm, und faltete die Arme vor meiner Brust. “ Sicher kannst du das. Genauso wie du es vorher getan hast. Wie du es Billionen Male vorher getan hast. Warum sollte das etwas anderes sein’”

 

Aber ich lügte, wir beide wussten das. Das hier war “anders.” Alles von jetzt an war anders- alles hatte sich geändert. Wir beide mussten das nur noch akzeptieren: Chris war ein traumatisierter Überlebender, wir hatten beträchtlich mehr intime Bedingungen als geplant, und eine merkwürdige Wolke des Schicksals, die die Presse sicher genoss, braute sich über unseren Köpfen zusammen. Sie nahmen jedes Gerücht das es um uns gab und das schlug langsam auf Chris, sowieso schon dünnes, Gemüt. Wir mussten nun genau schauen was wir taten. Wir schritten auf gefährlichem Boden, von der Öffentlichkeit beobachtet.

 

“ Ich… kann nicht… ich” Chris schien nicht mehr zu wissen, was er sagen wollte.” Ich weiss nicht. Küss mich.”

 

Ich lachte über die Einfachheit seiner Antwort, die Art wie er sie gegeben hatte; und tat wie mir geheißen. Ich kann jetzt sagen das es nur sehr wenige Dinge auf dieser Welt gab, die besser waren als Chris Martin zu küssen. Er hatte den sanftesten, süssesten, sexiesten Mund den ich jemals berührt hatte.

 

Er presste sich in der provokativsten Art an mich; unsere Lippen öffneten und schlossen sich, wie in einem Kampf. ( Notiz von Tina; aber hoffentlich doch en leidenschaftliche Kampf..haha), als ich etwas hinter ihm rascheln hörte. Ich schenkte dem keine Beachtung- es war hier sowieso geräuschvoll- und erforschte weiter glücklich seinen Körper, den ich schon so gut kannte. Ich fuhr mit meinen Händen seinen Rücken entlang, zog den Saum seines Shirts dabei mit, er zitterte eine wenig.

 

Aber da raschelte es wieder. Etwas das sich verdächtig nach einem Schritt angehört hatte. Ich öffnete ein Auge, sog aber weiter an Chris’ Unterlippe ( er liebte das, er schmolz jedes Mal dahin, wenn ich es tat) (Notiz von Tina: Interessant, Jonny, würkli interessant..”nachdenk”) Und vom Augenwinkel aus konnte ich ein Paar schwarzer Sneakers am Eingang stehen sehen. Ihr Träger war in Schatten gehüllt, aber die Schuhe kamen mir trotzdem bekannt vor… so bekannt das ich mich fast dafür geschlagen hätte, das ich sie nicht sofort erkannt hatte. Scheisse, wo habe ich die schon mal gesehen??

 

Chris’ Hand wanderte vorne in meine Hose rein und meine Aufmerksamkeit den Schuhen gegenüber war plötzlich wie weg. Vielleicht war es nur irgendein perverser Roadie. Ich dachte, dass es sowieso schon zu spät war, und wenn ich ganz ehrlich war kümmerte es mich auch nicht. Aber Chris würde es kümmern, nach dem unsere kleine Backstage- Tummelei vorüber war und der Moment um auf die Bühne zu gehen gekommen war, hatte ich es nicht erwähnt. Ich hatte es sogar fast vergessen, bis ich sah wie Guy sich bückte um seine Schuhe zu binden.

 

Jetzt wusste ich wo ich diese Schuhe schon mal gesehen hatte. Ich schluckte meinen Schock hinunter, aber man konnte es bestimmt in meinen Augen sehen.; denn als Guy aufstand und mich anschaute, blickte er schuldig drein.

 

“ Was, Buckland?” fragte er mich.

 

Ich schüttelte den Kopf, sagte nichts, drehte mein Gesicht weg. Durch die dicken Schatten, suchte Chris nach meiner Hand, drückte sie um mir wieder Sicherheit zu geben. Ich drückte halbherzig zurück, ich fühlte mich richtig schlecht.

 

Scheisse. Scheisse. Scheisse. Scheisse.

 

Dann gingen wir weiter.

 

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Die Konzerthalle, leerte sich unglaublich schnell, obwohl sie ziemlich gross war. Ein paar Nachzügler warteten noch, wollten Autogramme und so weiter, aber ich denke die meisten von ihnen bemerkten unsere und blieben auch nicht lange.

 

Chris und ich machten uns auf den Weg zurück zum Tourbus, wir lehnten uns aneinander während des Laufens, und dieses neue Problem war ständig in meinem Kopf- obwohl ich es versuchte, konnte ich keine Lösung finden. Nichts wollte zusammenpassen. Der einzige Unterschied war, das im echten Leben, wenn du genug hast, einfach alles niederschlagen konntest. Aber ich bezweifelte das bei Guy eine solche Methode wirken würde.

 

Wir waren im Bus- er war leer, und würde es für die nächste halbe Stunde auch bleiben bis alles von der Bühne geräumt war- Ich sagte Chris, er solle sich doch aufs Bett setzen. Ich setze mich ihm gegenüber auf Wills Bett, und dachte kurz nach. Ich weiss das ich gesagt habe, das es mich nicht kümmern würde wenn die Leute etwas über mich und Chris wüssten. Aber dieses… Guy weiss es… das ging über meine Vorstellungskraft.

 

“ Chris, ich muss… ich muss dir etwas sagen” Ich atmete tief ein.

 

Ein plötzlicher, verheerender Blick breitete sich in Chris’ Gesicht aus. So plötzlich, das ich beinahe lachen musste, weil er so schnell Folgerungen zog, aber in diesem Fall war es wohl eine angemessene Reaktion. “ Okay. Du weißt ja… bevor der Show… als du nervös geworden bist, bist du zu mir gekommen..”

 

Chris nickte ernst, und ich konnte hunderte verschiedener Gefühle in seinen Augen sehen. Er versuchte wohl, eines auszusuchen.

 

“ Naja, wir haben uns geküsst, und ich habe etwas gehört… wie ein Schritt… Ich weiss nicht. Ja, es war ein Schritt. Und dann schaute ich rüber… und…”

 

Jetzt hatte Chris sein Gefühl gefunden, Demütigung. Ja, “Demütigung” nur um es zu sagen.

 

“ OhmeinGott” stammelte er.” Jemand…jemand war dort?”

 

Ich nickte.

 

“ Wer war es?” fragte er, die Augen weit geöffnet.

 

Ich holte wieder tief Luft und legte mir verzweifelt die Hände über die Augen. “ Es war… Guy, Chris. Es war Guy.”

 

Und zu meiner riesengrossen Verblüffung, fängt er an zu lachen. Ich schaute ihn an, war mir sicher dieser Kommentar würde ihn vom Bett hauen, aber er schaute mich absolut normal an. Erleichtert sogar.

 

“Was?” Ich schüttelte ihn leicht an der Schulter. “ Was ist daran so komisch?”

 

“ Oh Jonny… Jonny… Du hast mir solche Sorgen gemacht! Ich dachte es wär jemand von der Presse!” Er legte sich hin aufs Bett, seine Brust hob und senkte sich vom Lachen, die Wangen ganz rot.

 

Ich merkte immer noch nicht was daran komisch sein sollte. “ Chris! Es war Guy, verdammte Scheisse noch mal! Was denkst du zur Hölle wie er reagieren wird??!!”

 

Chris schüttelte seinen Kopf, stützte sich auf seinen Ellbogen. “ Er weiss es schon, von mir. Ich hab es ihm vor ein paar Tagen erzählt. Er hat kein Wort gesagt.” Er schaute total selbstzufrieden aus; sogar fröhlich.

 

“ Du hast es ihm gesagt? Aber du hast mir nicht gesagt das du es ihm gesagt hast.” ärgerte ich mich.

 

“ Naja… er hat es irgendwie aus mir rausgekriegt. Er hat sich nämlich richtig aufgeregt, als er gehört hat, das wir zusammenziehen und es ihm niemand gesagt hat- er hatte es aus irgendeiner Zeitschrift- und dann wollte er natürlich wissen wieso. So hab ich’s ihm dann gesagt.” Chris zuckte mit den Schulter, als ob unser kleiner Skandal das Normalste auf der Welt wäre.

 

Ich weiss nicht, ob mich seine oberflächliche Art geärgert hat, aber auf jeden Fall war ich wütend.

“ Aber ich dachte, das du gesagt hast , das du nicht willst das es jemand weiss!”

 

Chris setzte sich auf und lehnte sich nach vorne um mir einen kleinen Kuss zu geben. “ Wir werden es der ganzen Welt sagen, wenn wir bereit sind. Wenn wir bereit sind. Wenn “ich” bereit bin.” sagte er, schaute mich demonstrativ an.” Aber ich denke, das Guy es verdient es zu wissen”

 

“ Du hast Recht.” Ich streichelte seine Wange mit meinem Daumen. Ich lächelte und fragte “ Weiss es Will?”

 

Chris zuckte mit den Schultern, die Augen halb geschlossen. “ Ich weiss nicht. Willst du es ihm sagen?”

 

“ Ja. Aber nicht heute. Ich möchte zuerst mit Guy reden.” Ich drückte meine Lippen auf seine, für einen kurzen Kuss., aber Chris hielt mein Gesicht in seinen Händen und liess nicht mehr los, so wurde es zu einer richtigen “Mundorgie”.

 

Als wir näher zueinander rückten, seine Lippen verlockten mich zu einem weiteren Kuss, ich lehnte mich gerade nach vorne, als die Tür aufschwang. Ich konnte mir nicht einmal mehr dieses Vergnügen gönnen.

 

Ich sah das es Guy war, ich fühlte mich unbehaglich, doch ich bestrafte mich sofort dafür. Guy war einer meiner besten Freunde, mein Bandmember, jemand mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte, mit ihm um die Welt reisen und Musik machen will. Ich konnte ihm bei dieser Sache einfach kein Missvertrauen schenken. Wenn ich das tun würde, das wäre das Ende von Coldplay, das wäre sicher. Und nicht nur das, das Ende eine Freundschaft.

 

‘Halt einfach deine Klappe’ dachte ich spöttisch für mich selber. ‘ Sei ein Mann.’

 

Guy sah, das wir beide zusammen auf einem Bett sassen, er schaute uns mit leicht nervösen dunklen Augen an, und räusperte sich.

 

Aber ich war der Erste der etwas sagte. “ Ich weiss, was du weißt, Guy” sagte ich. Oh verdammt. Was für ein wichtigtuerischer Weg das zu sagen.

 

Die Nervosität in seinen Augen verstärkte sich, und ich fühlte einen Schmerz in meiner Brust. Hatte er Angst vor uns? Angewidert? Ich konnte es nicht sagen… aber wie er schaute, als ob er ab Liebsten abhauen würde, überallhin, nur nicht vor uns stehen bleiben. Das tat weh.

 

Chris stand auf und erklärte ihm, in seiner familiären Art, alles. Das war immerhin Guy. ‘Unser bester Freund’. Dachte ich wehmütig, als ich die Angst in seine braunen Augen sah, als er von Chris’ Gesicht zu meinem schaute.

 

“ Schau mal Guy, es ist nicht… nun ja, Jonny ist der Erste, für den ich so etwas fühle. Weißt du er ist wie ein Teddy mit Taschentüchern.” Chris lachte, machte eine Handbewegung zu mir. Ich machte ein Gesicht. Ein Teddy mit Taschentücher? Gott im Himmel, glaub ich nicht.

 

Guy zwang sich zu lächeln- leicht unbehaglich, aber immerhin ein Fortschritt.

 

“ Du findest es doch nicht schlimm oder?” fragte ich ihn. Der Beste Weg um offen zu sein.

 

Guy schüttelte seinen Kopf.

 

‘ Sag doch was. *Sag* mir das du keine Angst vor uns hast’ schrie ich in meinem Inneren.

 

Als ob er meine stille Bitte gehört hatte, räusperte Guy sich wieder, ein wenig sanfter diesesmal. “ Nein, ich finde es nicht schlimm… Ich war bloss… überrascht. Und irgendwie war ich es auch nicht. Ich habe es kommen sehen, auf eine unterbewusste Art, aber es war nicht gerade als ob ich es *erwarten* würde, verstehst du?” Seine Augen bettelten um Verständnis. Ich tat es nicht, aber ich kann sagen das Chris genickt hat.

 

“ Ist in Ordnung, Guy… solange du nicht anders über uns denkst.” Chris lächelte breit, unschuldig, er streckte seine Hand aus um Guy’s Schulter beruhigend zu tätscheln.

 

Ein Ausdruck ging über Guy’s Gesicht, der alle meine inneren Alarme aktivierte. Dieser Ausdruck. Er war das absolute Gegenteil von Abscheu. Anziehung, Begierde, Verlangen, Sehnsucht. Etwas guyles. (haha..da han i jetzt schnell erfunde) Man konnte es nicht leugnen. Ich stand so schnell auf, das ich mir fast den Kopf angeschlagen hätte, Guy schaute mich erschrocken an. Schuld breitete sich in seinem Gesicht aus. Er schaute mich wie ein Mörder an, den man auf frischer Tat ertappt hatte- oder in diesem Fall, ein Kunde der Dinge betrachtete die er nicht kaufen konnte.

 

In diesem Moment fühlte ich etwas “urzeitliches” in meiner Kehle. Naja, vielleicht nicht gerade “urzeitlich”, aber etwas besitzergreifendes. Wenn Guy es wagte sich einzumischen, in das wofür ich so hart gekämpft hatte, dann würde ich sowieso nicht dafür verantwortlich sein. Ich musste ihn irgendwie warnen, ohne das er es merkte… Wenn Chris nicht bei uns war.

 

Währenddessen in meiner eigenen kleinen Welt, Chris und Guy diskutierten leise oder irgendwas. Ich schüttelte mich geistig und wartete bis die Unterhaltung der Beiden etwas leiser wurde, damit ich ihnen sagen konnte, das ich müde war, zu Bett gehen würde, Gute Nacht. Ich schenkte beiden ein zugegeben kaltes Lächeln und ging weiter nach hinten. Zog mich zurück. Dahin wo mein Bett war. Ich konnte das leise Murmeln ihrer Stimmen noch eine Weile länger hören (ich werde nicht schlafen ich konnte nicht) dann kam Will dazu. Zusammen mit Phil und zwei Roadies, jeder ging jetzt schlafen oder feiern.

 

Nach etwa einer halben Stunde, als ich schon fast in den Schlaf gesunken war, fühlte ich ein vertrautes Gewicht auf der Matratze. Einen Moment später, legten sich zwei lange, sanfte Arme um mich. Ich grub mein Gesicht in den ach so vertrauten Nacken, legte meine Lippen auf die warme Haut. Atmete ihn ein.

 

Ich erinnere mich an ein Zitat, das ich einmal in einem Buch gesehen habe. Der Name des Buches, der Autor- selbst den Zusammenhang des Buches hatte ich vergessen. Aber die Worte, wundervoll flehentlich, haben mich gefangen und sie sind mir seither immer geblieben.

 

“ Oh Lord, God, let these things never end” Ich atmete sanft ein, streichte mit meinen Fingern über sein Schlüsselbein. Er zitterte.

 

Bitte, lass es niemals enden, denn ich habe mein Glück gefunden.

So theoretically if I took the English version and this version and studied them, I could become fluent in German soft core porn. excellent! :sneaky:

"Soft core porn"

:lol: :lol: :lol:

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:lol: :lol: :lol: :lol: you've just made my day AGAIN. stop it!! :lol:

Where is this from?? I've never heard of that.. Where's the English version?

 

Bye the way, that was definitely a LOT OF work to do, much appreciated :kiss:

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Can't... stop...

 

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http://geocities.com/xwhatawasterx/cwys01.html

 

Thats the english version

 

I can't wait for more chapters to come out...it's such a well written story.

I have to give it to you, girl. I may not like the story but that is friggin' amazing that you translated the whole thing. Good job!! :stunned: :thumbsup:

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